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Öko-Mode im Aufwind Drucken

Öko-Mode liegt nicht nur voll im Trend

Sie ist neuerdings hip, ja glamourös, seitdem Filmstars, Popmusiker, Modeschöpfer und andere Celebrities für ökologisch korrekte, fair produzierte und nachhaltige Kollektionen werben. Dem Trend zu einem „bewussten Konsum“ („Conscious Consumerism“) erteilte die weltweit führende Modezeitschrift „Vogue“ eine Art päpstlichen Segen. Als prominentester Propagandist einer ökologisch und ethisch korrekten Mode ist der U2-Sänger Bono aktiv, der einen Teil der Erlöse aus seiner Ökomarke "Edun" einem Hilfsfonds zur Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose in Afrika spendet. Giorgio Armani und die US-Kette Gap haben sich ihm angeschlossen. Bonos globale Botschaft lautet einfach: "Gut aussehen und damit Gutes tun!"

Vorbei die Zeiten, als der umweltbewusste Verbraucher als ein Vertreter des schlechten Geschmacks galt. Ob brasilianische Modehäuser in Sao Paulo für die Wintersaison Entwürfe aus Naturfasern und recycelten Materialien präsentieren, „Terra Plana“ Schuhe aus Abfällen der Autoindustrie herstellt oder der Versandhändler „Otto“ seine T-Shirts selbstverständlich aus Biobaumwolle fertigen lässt – sie alle verkörpern eine erstarkende Bewegung, die vom Luxuskonsumenten bis zum Normalverbraucher reicht. Mit Billigstlöhnen in der Dritten Welt produzierte Kleidungsstücke gelten heute als unfein, Kinderarbeit als skandalös. Deshalb unterstützen mittlerweile etliche Modehäuser ethisch vorbildliche Kooperationen in Entwicklungsländern.

Die Nachfrage nach Ökomode wächst rasant. Der Markt für Bio-Baumwolle wird immer enger. Eine innovative Biotechnologie ermöglicht neue Materialien, die aus landwirtschaftlichen Erzeugnissen hergestellt werden. Aus Zuckermais sind zum Beispiel Oberteile für Frauen, die „Diesel“ verkauft. Mit der Einführung des Global Organic Textile Standard (GOTS), an dem sich Produzenten und Händler orientieren können, hat die Textilbranche dem Kunden gegenüber für Transparenz und Glaubwürdigkeit gesorgt. Die Mode folgt also dem allgemeinen Trend hin zu einem verantwortungsvollen Konsum, wie er bei Nahrungsmitteln und Kosmetik schon länger besteht. Exklusives Design und ökologische wie ethische Korrektheit schließen sich keineswegs mehr aus, sondern haben sich verbündet.

Viele Unternehmen, wie zum Beispiel www.hess-natur.de, haben sich auf Standards geeinigt, die ökologischen Anbau, den Arbeitnehmern eine angemessene Bezahlung und humane Arbeitsbedingungen zusichern. Ethikkooperation.de verrät Ihnen, wo Sie ohne Gewissensbisse kaufen können und wo Sie die Mode finden, die Sie schon immer gesucht haben. Hier einige der wichtigen Gütezeichen, mit denen Ökotextilien ausgezeichnet werden:

 

 

Das Label Öko-Tex-Standard 100 steht nicht für Biobaumwolle und Naturfarben. Der Hersteller gibt damit lediglich eine Verpflichtungserklärung ab, Textilproben als Stichproben von unabhängigen Prüfern auf Pestizidrückstände und Formaldehyd untersuchen zu lassen. Manfred Krautter, Textilexperte von Greenpeace, vermutetet dahinter einen Etikettenschwindel. Das zweite Siegel Öko-Tex-Standard 1000 beantragen Hersteller,die eine umweltverträgliche Produktion gewährleisten wollen. Das Label hat, laut Krautters Einschätzung, zu viele Lücken. Es vermittelt nur den Eindruck eines ökologischen Produktes. Tanja Busse, Die Einkaufsrevolution S.76.

 


 

 

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