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Richtig Sanieren und Energie sparen im Altbau – so investieren Sie sinnvoll in den Klimaschutz


Wer sein Wohnhaus sinnvoll energetisch saniert, spürt dies langfristig nicht nur im Geldbeutel, er tut auch der Umwelt einen großen Gefallen. Wenn sie ihr betagtes Haus zum Energiesparer umbauen wollen, sollten sie jedoch nicht zu lange warten. Umweltbewusste Sanierungsprojekte werden zwar weiterhin vom Staat mit zinsgünstigen Darlehen und Zuschüssen belohnt. Der Fördertopf wird jedoch halbiert – im laufenden Haushalt sind statt 2,2 Milliarden Euro nur noch 1,1 Milliarden Euro für energetische Sanierungen eingeplant. Zudem verschärfen sich die Förderkonditionen der KfW ab Juli 2010.


Sanierungsbedürftiges HausJe höher die Energiepreise steigen, desto mehr lohnt sich für Hauseigentümer eine Sanierung ihres Gebäudes. Doch energetische Sanierungen sind aufwendig und teuer. Eine Komplettsanierung ist deshalb oft nicht in einem Schritt möglich und sinnvoll. Vor der Renovierung sollte man sich auf jedem Fall den Rat eines Energieberaters einholen, der eine individuelle Kosten-Nutzen-Rechnung aufstellt. Ein Energiespargutachten für ein Eigenheim kostet etwa 600 Euro. Bei älteren  Häusern können Eigentümer jedoch staatliche Zuschüsse geltend machen und so bis zu 300 Euro sparen. Überprüft man zusätzlich die Luftdichtigkeit der Gebäudehülle, wird dies mit 100 Euro extra gefördert. Die staatliche Förderung muss der Eigentümer nicht selbst beantragen. Das erledigt der Energieberater beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Als förderfähig gelten Eigenheime, deren Bauantrag vor 1995 gestellt wurde.

Die Kosten im Überblick


Ob sich eine energetische Sanierung lohnt und wie schnell sie sich amortisiert, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Der aktuelle Zustand des Objektes, der Umfang der Umbauten und die unterschiedlichen staatlichen Fördermöglichkeiten spielen eine Rolle. Die Deutsche Energieagentur (dena) hat die Kosten für eine energetische Haussanierung in vier Ausbaustufen anhand eines Beispielhauses durchkalkuliert. Grundlage der Berechnungen ist ein Einfamilienhaus Baujahr 1970 mit 150 qm Wohnfläche. Die Berechnungen basieren auf eine jährliche Steigerung der Energiepreise von sechs Prozent und einem Zinssatz von 5 Prozent für die Finanzierung.

 

Stufe 1
Kostengünstige Maßnahmen
Stufe 2
Effiziente Heiztechnik + Solar

Stufe 3
Sanierung der Gebäudehülle
Stufe 4
Komplettsanierung zum Effizienzhaus
Dämmung oberste Geschossdecke, Kellerdecke, Rohrleitungen; Thermostatventile installieren, Heizung einstellenEinbau eines Öl- oder Gasbrennwertgeräts; Einbau solarthermischer Anlage für WarmwasserDämmung Dach, Außenwände und Kellerdecke; neue Fenster Dämmung Dach, Außenwände, Kellerdecke; neue Fenster; Holzpellet-Heizung; Solaranlage für Warmwasser- und Heizungsunterstützung; Lüftungsanlage für Wärmerückgewinnung

Kosten: 3.000 EuroKosten: 9.515 Euro

Kosten: 26.730 EuroKosten: 68.300 Euro
Förderung: keineFörderung: 785 EuroFörderung: 2.170 EuroFörderung: 18.398  Euro
Einsparung im Jahr: 710 EuroEinsparung im Jahr: 1.120 EuroEinsparung im Jahr: 1.780 EuroEinsparung im Jahr: 3.010 Euro
Amortisationszeit: 4 Jahre
Amortisationszeit: 8 JahreAmortisationszeit: 14 JahreAmortisationszeit:12 Jahre
    
Quelle: dena   

 

Viel Geld für Energiesparer


Energieeffiziente Haussanierungen werden vom Staat in Form von Zuschüssen oder zinsgünstigen Darlehen unterstützt. Die wichtigsten Fördertöpfe des Bundes werden durch die KfW Förderbank bereitgestellt. Wer auf erneuerbare Energien umstellt, kann auch auf Fördermittel des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zurückgreifen.

Auch die Länder und Kommunen bieten Förderprogramme an – eine Nachfrage beim örtlich zuständigen Umwelt- oder Bauamt ist deshalb zu empfehlen. Einen Überblick über die komplexen und zahlreichen Förderangebote findet man beispielsweise unter www.energiefoerderung.info.

Niedrigzinsen und Zuschüsse


Bis zum 30. Juni dieses Jahres fördert die KfW energiesparende Sanierungen mit Niedrigzinsen und Tilgungszuschüssen. Der Energiebedarf des Hauses darf nach der Sanierung allerdings nur 30 Prozent über dem Höchstwert für einen Neubau liegen. Ab Juli 2010 werden die Förderkonditionen verschärft. Die günstigen Kreditkonditionen gibt es dann nur noch für Häuser, die nach der Sanierung maximal 15 Prozent über dem Neubau-Energiebedarf liegen.


Zusätzlich zu den Krediten kann je nach erreichtem KfW-Effizienzhausstandard einen Tilgungszuschuss zwischen 5 und 15 Prozent der Kreditsumme vergeben werden. Das wären maximal 11 250 Euro, die nicht mehr zurückgezahlt werden müssen. Wer ohne Kredit auskommt, kann einen direkten Zuschuss von bis zu 15 000 Euro beantragen.


Einzelne energetische Sanierungsmaßnahmen, wie etwa der Austausch der Heizung, werden von der KfW  ebenfalls mit Krediten über maximal 50.000 Euro pro Wohneinheit gefördert. Hier beträgt der günstigste effektive Zinssatz 1,47 Prozent, der direkte Zuschuss liegt bei 2500 Euro.
Für die meisten Kredite gilt eine Zinsbindung von zehn Jahren. Außerdem gibt es bis zu fünf tilgungsfreie Anlaufjahre, kostenfreie Sondertilgungen sind ebenfalls möglich. Voraussetzung für die Förderung einer energieeffizienten Sanierung ist allerdings, dass der Bauantrag für die Immobilie vor dem 1.1.1995 gestellt wurde.


Steiniger Weg zur Auszahlung


Der Weg zu den zinsgünstigen Krediten ist jedoch nicht ganz einfach, denn die KfW vergibt die Darlehen nicht direkt, sondern nur über eine Hausbank oder Sparkasse. Die Kreditinstitute sind jedoch nicht verpflichtet, die Förderkredite zu vermitteln – und tun dies auch selten ohne weitere Bedingungen. Nach einer Untersuchung der Stiftung Warentest vergeben nur zehn von 133 getesteten Banken KfW-Kredite an Neukunden ohne Mindestkreditbetrag. Viele Institute wie die Citibank, die HypoVereinsbank oder die Santander Consumer Bank verlangten eine Mindestkreditsumme von 25 000 Euro. Bei den überregionalen Banken sind die BBBank und die Postbank am kundenfreundlichsten. Dort erhalten Neukunden den Kredit, wenn sie wenigstens 5.000 Euro von der KfW haben wollen. Andere Banken geben das KfW-Darlehen nur mit einem zusätzlichen Immobilienkredit. Außerdem verlangen immer mehr Institute eine Absicherung im Grundbuch.

Weg von fossilen Energieträgern - Zuschüsse für alternative Heizsysteme


Der Umstieg auf erneuerbare Energien wird vom Staat ebenfalls belohnt. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert neben Solaranlagen auch Holzheizungen und Wärmepumpen. Die Zuschüsse reichen von ein paar hundert bis zu mehreren tausend Euro. Neben dieser so genannten Basisförderung können besonders innovative oder effiziente Anwendungen mit Bonus-Förderungen bezuschusst werden. Vor der Auswahl der Anlage sollte man sich allerdings informieren, ob diese Anlage die Förderrichtlinien erfüllt. Entsprechende Listen findet man auf den Internetseiten der BAFA.

Die Förderanträge müssen - im Gegensatz zu den KfW-Krediten - innerhalb von sechs Monaten nach Inbetriebnahme der Anlage gestellt werden. Zudem müssen zusammen mit dem Antrag auch Rechnungen und Fachunternehmererklärungen für den Einbau eingereicht werden. Sollen über die Basisförderungen hinaus Effizienzboni gewährt werden, wird ein Energieausweis auf der Basis des Energiebedarfs verlangt.

Das Licht der Sonne nutzen: Zuschüsse für Solarwärmeanlagen


Bei der Erstinstallation von Solarkollektoranlagen zur Warmwasserbereitung beträgt die Basisförderung je nach Bauart und Größe der Anlage zwischen 60 und 105 Euro je Quadratmeter Bruttokollektorfläche. Der Mindestförderbetrag liegt bei 410 Euro je Anlage. Für die Erweiterung bestehender Solaranlagen beträgt die Förderung 45 Euro je zusätzlich installierten Quadratmeter Bruttokollektorfläche. Besonders innovative oder effiziente Anwendungen können zusätzlich mit Bonus-Förderungen bezuschusst werden. Für Solaranlagen auf Häusern, für die der Bauantrag nach dem 1. Januar 2009 gestellt wurde, verringert sich die Basisförderung um 25 Prozent.

Energie aus Luft und Boden: Zuschüsse für Wärmepumpen:


Ein komplettes Wärmepumpensystem wird von dem BAFA mit 10 Euro je Quadratmeter bei elektrisch angetriebenen Wärmepumpen und 20 Euro je Quadratmeter bei gasbetriebenen und Luft / Wasserwärmepumpen bezuschusst. Die Höchstgrenzen richten sich nach der Zahl der Wohneinheiten im Haus (siehe Tabelle 2). Bedingung für die Geldspritze vom Staat ist allerdings ein effizienter Betrieb der Wärmepumpe. Diesen misst das BAFA an der so genannten Jahresarbeitszahl (JAZ). Die JAZ setzt die Wärmeleistung der Anlage in ein Verhältnis zum verbrauchten Strom.

Brennstoff Holz: Subventionen für Pellet-Heizungen


Für eine Holzpellet-Heizung beträgt der BAFA-Zuschuss 36,00 Euro je kW Nennwärmeleistung. Die Mindestförderbeträge liegen bei 1.000 Euro für Pellet-Öfen mit Wassertasche, 2.000 Euro für Pellet-Kessel und 2500 Euro für Pellet-Kessel mit neu errichtetem Pufferspeicher mit einem Speichervolumen von mindestens 30 l/kW. Pellet-Öfen werden pauschal mit 500,00 Euro - grundsätzlich allerdings höchstens 20 Prozent der Nettoinvestitionskosten - gefördert.

 

Programm
Wie wird gefördert

 

Konditionen

 

 KfW
  
Energieeffizient bauen (Programme 153, 154)Bau/Erwerb eines Niedrigenergiehauses (Standard 70 oder 85 des KfW-Effizienzhauses) mit bis zu 50.000 € KreditZinssätze ab 2,47 Prozent, Kreditlaufzeit bis zu 30 Jahre
Energieeffizient sanieren (Programme 151,430)Sanierungsmaßnahmen wie Dämmung und Heizungserneuerung mit bis zu 75.000 € Kredit, wenn der KfW-Effizienshaus-Standard erreicht wird. Tilgungszuschuss bis zu 15 % der Kreditsumme. Alternativ zum Kredit ist ein Zuschuss bis 15.000 € möglich.Zinssätze ab 1,41 Prozent, Kreditlaufzeit bis zu 30 Jahre
 BAFA  
Energiespargutachten (Förderprogramm „Vor-Ort-Beratung“) Zuschuss von max. 300 €, der Antrag wird vom Energieberater gestellt.
Solaranlagen (Programm zur Förderung von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt vom 17. Februar 2010)
WarmwasserbereitungErstinstallation bis 40 m² Kollektorfläche60 € pro m² Kollektorfläche
Warmwasserbereitung + Heizungsunterstützung Erstinstallation bis 40 m² Kollektorfläche
ab dem 41. m²
105 € pro m² Kollektorfläche
45 € pro m² Kollektorfläche
Erweiterung bestehender Anlagen 45 Euro pro m² Kollektorfläche

Biomasse-Heizanlagen (Programm zur Förderung von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt vom 17. Februar 2010)

Pelletskessel

 36 €, mindestens jedoch 2.000 €
Pelletskessel mit Pufferspeicher 36 €, mindestens jedoch 2.000 €
Pelletsöfen ab 8,0 kW 

Pauschal 500 €
(max. 20 % der
Nettoinvestitionskosten)

Wärmepumpen (Programm zur Förderung von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt vom 17. Februar 2010)

Luft/Wasserpumpen mit Jahresarbeitszahl (JZ) über 3,3
gasbetriebene Pumpen mit JZ über 1,2
 in Wohngebäuden 20 € je m² höchsten jedoch 2400 € bei einer Wohneinheit, 3600 € bei zwei Wohneinheiten und 3.600 € bei drei Wohneinheiten
10 € je m² beheizter Wohnfläche, max. 50 % der Höchstbeträge für die vorgenannten Pumpen
   
Quellen: KfW, BAFA  

 

 

 

 

 

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