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Weniger Konsum


Dennis Meadows, seit 1972 weltberühmt durch seine Thesen zu den „Grenzen des Wachstums“, bekräftigte in einem Interview für die Süddeutsche Zeitung, bei weiterem Wachstum der Bevölkerung, des Ressourcenverbrauchs und der Umweltschäden werde es in wenigen Jahren zu einem globalen Kollaps kommen. Das System Erde könne eigentlich nur rund zweieinhalb Milliarden Menschen so üppig wie die westliche Welt mit Lebensmitteln und Energie versorgen. Bereits die heute lebenden sechs Milliarden Menschen würden die Tragfähigkeit der Erde überfordern, sobald alle den westlichen Lebensstandard beanspruchten.
Um den Kollaps zu verhindern, hätte man sich spätestens zu Beginn der achtziger Jahre von der Ideologie wirtschaftlichen Wachstums abwenden müssen. Da dies nicht geschehen sei, verbrauchen wir inzwischen 125 Prozent der regenerierbaren Ressourcen. Aber nur bei maximal 100 Prozent ist eine nachhaltige Entwicklung überhaupt noch möglich. Es sei also zu spät für „wohldurchdachte langfristige Lösungen“ – eine niederschmetternde Diagnose.
Es bleibe nur noch eine Lösung: ein planmäßiger ökonomischer Schrumpfungsprozess. Ein bloß vermindertes Wachstum könne längst nicht mehr verhindern, dass die Zivilisation sehr bald natürliche Grenzen überschreitet und kollabiert. Schrumpfung bedeute letztlich weniger persönlichen Konsum. Meadows weiß, wie unpopulär diese einzig rettende Forderung ist. Anders sei jedoch ein zukünftiges „Leben im Einklang mit der Natur“ nicht möglich.
Auf die Finanzkrise angesprochen, unterstrich Dennis Meadows, dass die Grenzen des Wachstums unabhängig vom Finanzsystem gelten. Dennoch müsse eine neue Wirtschafts- und Finanzordnung geschaffen werden und die bisherige ersetzen, die auf Kredit und Zinsgewinn beruht und somit auf prozentualem Wachstum. Die Finanzkrise offenbare die ganze fundamentale Instabilität des Systems. Leider aber wage es kein Politiker, seine Wähler mit der Wahrheit über das herrschende Wirtschaftssystem und dessen katastrophale Konsequenzen zu schockieren.

 

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