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Gartenkunst Drucken

Der geheime Garten des Henry Nold

„The Vortex Garden“ auf der Mathildenhöhe, dem ehemaligen Zentrum des Jugendstils in Darmstadt, ist ein Hort der Ruhe und schieres Naturerlebnis.

Henry Nold kauft nach einer Erbschaft 1997 die Villa im Prinz-Christians-Weg 13/Ecke Eugen Bracht-Weg und macht daraus einen Ort der Kunst und der Begegnung. Das Gebäude mit seiner expressionistischen Formensprache wurde 1921 nach den Plänen des Architekten Jan Hubert Pinand für die Familie Diefenbach gebaut. Nachdem Nold die Villa vom vormaligen Besitzer, dem Straßenbaufirmeninhaber Krause, erworben hatte, ließ er das denkmalgeschützte Gebäude nach historischen Vorlagen aufwendig sanieren. Nur der Garten sollte auf der sonst so aufgeräumten und geordneten Mathildenhöhe einen Gegenpol bilden.

Ernst-Ludwig-Haus - MathildenhöheNolds Villa steht in direkter Nachbarschaft zu den Symbolen des Jugendstils wie Hochzeitsturm, Ausstellungsgebäude, Museum Künstlerkolonie, Künstlerhäusern, Platanenhain und Freigelände, die zusammen ein Gesamtkunstwerk bilden. Die Mathildenhöhe ist ein einzigartiges Ensemble der Bau- und Kunstgeschichte, das auch als „Akropolis des Jugendstiles“ bezeichnet wird.

Im Jahr 1899 begründete Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein (Hessen-Darmstadt) die Künstlerkolonie Mathildenhöhe. Er verfolgte damit die Absicht, das Handwerk, die kunstgewerbliche Industrie und die Künste im Großherzogtum zu fördern und national und international konkurrenzfähig zu machen. Sein Motto lautete: "Mein Hessenland blühe und in ihm die Kunst."  

Ernst Ludwig berief die sieben Jugendstilkünstler Peter Behrens, Paul Bürck, Rudolf Bosselt, Hans Christiansen, Ludwig Habich, Patriz Huber und Joseph Maria Olbrich nach Darmstadt. Olbrich, der Villa Henry Nold1900-1908 Leiter der Künstlerkolonie war, bekam den Auftrag, das gemeinschaftliche Ateliergebäude zu bauen, das nach dem Mäzen Ernst-Ludwig-Haus genannt wurde. Das Wahrzeichen der Stadt, der Hochzeitsturm oder Fünffinger-Turm (1907/08), entstand ebenso nach Olbrichs Plänen. Anlass war die Vermählung von Großherzog Ernst Ludwig und der Großherzogin Eleonore. Das angrenzende Ausstellungsgebäude diente den Künstlern zur Präsentation ihrer künstlerischen und kunstgewerblichen Arbeiten. Das Gebäude steht auf den Gewölben eines Reservoirs für die Wasserversorgung Darmstadts.

Die Künstler der Kolonie konnten zu günstigen Konditionen Grundstücke erwerben und Wohnhäuser bauen. So entstanden die Häuser Olbrich, Christiansen, Habich und Behrens, die heute zu besichtigen sind – wie in diesem Jahr zu den Jugendstiltagen am 23. und 24. Mai 2009. Anhand konkreter Musterbeispiele sollten Architektur, Innenarchitektur, Kunsthandwerk und Malerei zusammengeführt werden, mit dem Ziel, zukunftweisende Bau- und Eingang zum Garten NoldWohnformen zu kreieren.

Hier auf der Mathildenhöhe befindet sich seit Anfang 2009 ein Schild am Eingangstor Prinz-Christians-Weg 13 mit der Aufforderung „Today, Welcome to our garden. www.mathildenhoehe.org.“ Eingeladen ist jeder Besucher, der Kunst und Natur einmal anders erleben möchte. Der Eigentümer Henry Nold, ein Kosmopolit mit deutschem Vater und französischer Mutter, verbrachte mit seinen Eltern  seine Schulzeit von 1972 – 1984  auf Gran Canaria in der Hauptstadt Las Palmas in einem 1957 errichteten Sozialbauhochhaus im 11. Stock. Der Fahrstuhl sei oft kaputt gewesen, erinnert er sich. Ein Leben in sparsamen Verhältnissen ist ihm nicht fremd. Seine Liebe zur Natur führt er auf den Mangel an Vegetation während dieser Zeit zurück.

Nold nutzte jede Station seines Lebens, um sich intellektuell und kulturell weiter zu entwickeln. In Berlin besuchte er während einer Ausbildung zum Bankkaufmann gelegentlich Vorlesungen der Humboldt-Garten NoldUniversität. Als Zeitsoldat  (1986 - 1987) in Kassel prägte ihn die documenta 8. Hier lernte er die Arbeit von Joseph Beuys kennen und bewundern. Nold bleibt immer neugierig und sucht Antworten.

Auch ein Theologiestudium gibt ihm keine endgültigen Antworten, er bricht es ab. Als tiefes Naturerlebnis bezeichnet er die Wälder um Kassel, die nächtlichen Waldmärsche im Mondschein. Für ihn hatten sie etwas Eichendorff-Artiges. "Aber auch die damalige Aktion vom Anthroposophen Beuys – mit seiner Aktion "7000 Eichen" – habe ich schon sehr genossen. Die "Stadtbewaldung" mit diesem Steinhaufen, der dann nach und nach abgetragen wurde, das hat mich doch nach meinem abgebrochenen Marburger Studium der Evangelischen Theologie noch mal inspiriert", schildert er seine Zeit in Kassel.

Er bezeichnet sich als "angehender Rohköstler", ist fasziniert von der Perfektion der Kornkreise, bewundert Hermann Keyserling als Mitbegründer der "Schule der Weisheit" und schätzt die Arbeit des Försters und Erfinders Viktor Henry NoldSchauberger  (1885-1958), der sich als Warner und Visionär für eine an der Natur orientierten Technik einsetzte. „Die Natur kennt keine geraden Linie“, betont Schauberger. Für ihn liegen die Kräfte in der Natur. Um sie nutzen zu können muss der Mensch lernen die Natur zu verstehen, um dann ihre Methoden anwenden zu können. Auf Grund von Naturbeobachtungen formulierte er eigene Erkenntnisse über Naturprozesse, aus denen er unter anderem die von ihm so benannte „Implosionstechnologie“ ableitete.

Nold hat mit seinem Garten einen Ruheraum für alle geschaffen, die unserer hektischen Zivilisation entfliehen wollen. Er sieht sich in der Tradition der Lebensreformbewegung. Die Vertreter der Lebensreform propagierten neben einer naturnahen Lebensweise eine Ökologische Landwirtschaft, Vegetarismus, Reformkleidung und Naturheilverfahren. Sie reagierten damit auf die negativen Folgen der Industrialisierung, der Urbanisierung und die damit einhergehenden negativen gesellschaftlichen Veränderungen im 19. Jahrhundert. Ihr Leitmotto lautet: "Zurück zur Natur". Durch die Initiativen der Garten NoldLebensreformer entstanden die ersten Reformhäuser. Eine Sonderform bildeten die Künstlerkolonien in Worpswede um Paula Modersohn-Becker oder in Höllriegelskreuth und Wien um Karl Wilhelm Diefenbach. Besonders bekannt wurde der Monte Verità bei Ascona in der Schweiz als Sitz einer lebensreformerischen Künstlerkolonie, die heute als eine der Wiegen der Alternativbewegung gilt.

Wer durch den Garten der Villa im Prinz-Christians-Weg 13 schlendert, bewegt sich auf engen Pfaden. Die Wegführung ist gepflastert mit Platten in Eiform aus hellem Kalkstein. Der Besucher streift an Kunstwerken vorbei, die Kornkreise symbolisieren, und an kleinen Teichen mit Wasserspielen. Es sind  Hyperbolische Kupfertrichter, die nach Schauberger das Wasser zum Wirbeln bringen. Sie funktionieren nicht durch Druck, sondern durch Sog.

Ein WMF-Bronzeengel aus dem Jahr 1903, den Alexander Salivontschick, ein WMF-Bronzeengel aus dem Jahr 1903russischer Künstler, mit tausenden Glasperlen beklebt hat, steht am Ende eines Weges. Es ist ein Friedhofsengel, dem durch die künstlerische Gestaltung wieder Leben eingehaucht wurde. In einer Pergola steht ein bemalter Sessel, das Pentagramm ist nach einem Kornkreismuster entworfen, ein Sitzplatz ist nach Antonio Gaudi gestaltet mit einem komplexen Kornkreismuster aus indischen Fliesen. Über dieses Muster wurde sogar ein Buch verfasst.

Die vielen Wege und das Wuchern der Pflanzen lassen den Eindruck eines Dschungels aufkommen. Durch die grünen Wände entstehen getrennte Räume, die den Garten dadurch fraktal vergrößern. Der Besucher soll nicht alles auf einen Blick entdecken. Er soll sich auch mal auf einen Trampelpfad trauen und dadurch neue Perspektiven gewinnen. „Mir ist wichtig, dass man sich verstecken kann. Man soll sich auch mit einem Buch mal setzen können. Es ist eine Mathildenhöhe innerhalb der Mathildenhöhe. Ein Lebensreformzentrum, der „genius loci“ innerhalb der bürgerlichen, großherzoglichen und geleckten Mathildenhöhe,“ so Henry Nold.

Die vielfältige Vegetation liefert im Garten reichhaltige Nahrung für Insekten. Der Darmstädter Imker Hans-Jürgen Schäfer Bienenstöcke von Imker Hans-Jürgen Schäfer versorgt vier Bienenstöcke. Ein Wildbienenhotel bietet Lebensraum für Insekten, ebenso riesige gekippte Amphoren mit Stroheinlage. Geschichtete Äste und Zweige werden von den Tieren gerne angenommen. Ein Igel hat sich schon eingefunden. Man sieht viele Schmetterlinge und Vögel fliegen, abends dann Fledermäuse.

Den Zaun um das 1.600 qm große Grundstück hat Nold entfernen lassen. Heimische Sträucher begrenzen jetzt den Garten. Sein Besitzer hat keine Angst vor Eindringlingen: „Natürlich kann man immer hier rein. Zäune nutzen ja nichts. Wer hier rein will, einbrechen will und etwas klauen, der wird es tun“, meint er. Es gibt für ihn im Leben keinen wirklichen Schutz: „Man kann auch über die Straße laufen und hat einen Unfall. Ich sehe hier alles optimistisch und positiv. Noch hat hier niemand mit Bierflaschen oder Bierdosen um sich geworfen. Ich wünsche und hoffe natürlich, dass hier alles friedlich bleibt.“  Er ist sich sicher, „dass die Menschen durch die Atmosphäre hier merken, dass hier ein anderer Geist herrscht, dass es hier nicht um Konfrontation geht, es geht um etwas Anderes, etwas Neues. Was sogar auf der Mathildenhöhe neu ist. Natürlich wäre es furchtbar, wenn die ganze Mathildenhöhe Garten Henry Noldso zugewuchert und verwachsen wäre, sich in einen Urwald verwandeln würde.“

Den Garten haben schon viele Besucher entdeckt. Es kommen Menschen jeden Alters, junge Paare, ältere Menschen, aber auch Kindergartengruppen. Sie bestaunen nicht nur die Kunst, sondern auch die einheimischen Sträucher und Bäume. Der Garten ist bepflanzt mit Hecken wie Hundsrose, Wildrosen, Schleen, Weißdorn, Liguster, roter und schwarzer Holunder, verschiedenen Obstbäumen wie Apfel, Kirsche und Aprikose. Dazwischen Blumen und Kräuter – die ganze Palette heimischer Wildsträucher. Vieles ist essbar. Doch auch das Pfaffenhütchen findet man und Waldbäume. Nold geht es mit seinem Garten um das Miteinander. Er hat mit seinem „pantheistischen Permakultur-Garten“ einen Lebensraum geschaffen für Mensch und Tier.

Die Mathildenhöhe beeindruckt heute mit bundesweit und international geachteten Ausstellungen im Institut Mathildenhöhe, aber auch mit einem von Henry Nold gestalteten Haus, das eine Wasserkunst nach SchaubergerBegegnungsstätte für alle nachdenklichen Menschen sein kann, und einem Garten, der wie ein Dschungel Lebensräume und Nahrung für Mensch und Tier bietet.

Kontakt:


„The Vortex Garden“
Henry Nold
Prinz-Christians-Weg 13
64287  Darmstadt
T 06151 4288596
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
http://www.mathildenhoehe.org

Infos:

Mathildenhöhe Darmstadt
http://www.mathildenhoehe.info

Institut für Praxis der Philosophie
http://www.ipph-darmstadt.de

1. Lebensreformtage Darmstadt
http://www.lebensreformtage.de

Victor Schauberger
http://de.wikipedia.org/wiki/Viktor_Schauberger


 

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