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 Betreff: Cevennen - Urlaub im Naturpark.. 19-05-2010 19:17:15 
admin
Mitglied seit: 27-08-2008 00:15:39
Beiträge: 1
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Super Unterkunft mitten in dem Naturpark der Cevennen!

War gerade ein paar Tage in den Cevennen im Urlaub. Hatte eine tolle Übernachtung gefunden. Im Mas von Odile wohnt man mitten in der Naturlandschaft und in der Nähe von Sumène. Wer auf TV und sonstige Ablenkungen verzichten kann, ist hier gut aufgehoben. Es gibt zum Frühstück Bioprodukte, Honig und Marmelade aus eigener Produktion. Odile kocht Rezepte aus der französischen Küche der Region. Auf der Terrasse lauscht man dem kleinen Flüsschen Recodier und den Vögeln. Es ist ein idealer Standort zum Wandern.

Ich kann diese Unterkunft nur empfehlen.

Unterkunft:
Odile Chalvet
Chemin du Recondier
30440 St. Roman de cordieres
T 0467-813905
http://cougnot.canalblog.com/


Wer hat noch Tipps oder kennt noch weitere Unterkünfte in den Cevennen?

IP-Adresse aufgezeichnet
 Betreff: Aw: Cevennen - Urlaub im Naturpark.. 22-06-2010 09:09:08 
moddi
Mitglied seit: 22-06-2010 07:02:17
Beiträge: 1
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Ich fahre seit vielen Jahren nach Südfrankfreich, war aber noch nie in den Sevennen. Werde diese Anregung bei meiner nächsten Fahrt aufgreifen. Hat jemand vielleicht noch mehr Tipps?

Gruß
 Betreff: Aw: Cevennen - Urlaub im Naturpark.. 26-06-2010 04:47:42 
miriam
Mitglied seit: 15-06-2010 02:59:21
Beiträge: 1
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Von Montpellier aus Richtung Ganges und Mont Aigoual. Vorbei an Pinienwâldern und Weinbergen, erreicht man auf der Höhe von Le Rouquet das Tor zu den Cevennen: ein sanftes, eher karges, Mittelgebirge im bläulichen Licht. Im Sommer so heiss das "die Steine knacken", wie schon Stevenson auf seiner Eselstour durch die Gegend bemerkte. Voller wunderbarer Überraschungen und spannenden Geschichten für jeden an jeder neuen Wegbiegung.
Z.B.: die Grotte de Demoiselle bei St.Bauzille de Putois: eine der grössten, aber DIE schönste Tropfsteinhöhle Europas.
Im Tal des Hérault werden Kanu-/Kajakfahrten, vorallem in St.Bauzille und in Ganges, angeboten.
In Ganges ist jeden Freitag vormittag der grösste und vielfältigste Wochenmarkt der Gegend. (Bester Schauplatz von den Café-terrassen am Marktplatz)
In St.Hippolyte ist auch ein schöner Wochenmarkt, ein recht grosser Bioladen mit Produkten aus der Gegend, und eine gut bestückte Weinkoopérative.
Das mittelalterliche, pittoresque Dorf Sumène errinnert mit seinem Café unter der grossen Platane, an die Filme des Marcel Pagnol.(Nicht umsonst bietet hier eine bekannte lokale Theatergruppe jeden Sommer ihre Darbietungen) Im Ricordier-Fluss oberhalb des Dorfes gibt es verwunschene, versteckte Badeplätzchen.
Im mittelalterlichen Zollturm von St.Roman de Codières kann vorzüglich gespeist werden im Rittersaal, unter grossen Wandteppichen. Und man kann hier sogar übernachten, allerdings nur mit Voranmeldung.
...und so weiter, und so fort...
Weitere Infos und Adressen gerne auf Anfrage!

à suivre...!
 Betreff: Aw: Cevennen - Urlaub im Naturpark.. 03-08-2010 21:53:27 
gedomgud
Mitglied seit: 25-04-2009 09:29:11
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Ganges in den südlichen Cevennen ist eine wunderbare kleine Stadt mit freundlichen, aufgeschlossenen Menschen, mit viel Sinn für die eigenen Geschichte. Hier läßt sich das über Jahrhunderte schwierige Zusammenleben zwischen Katholiken und Protestanten (Hugenotten)schon in der Stadtplanung und der Architektur studieren. Und natürlich feiern die Bewohner ihre eigene Geschichte phantasievoll mit Umzügen, Schauspieldarbietungen, Musik: "Ganges 1900" - dieses Fest findet, ich glaube, seit drei Jahren statt. Eine gute Freundin schrieb mir gerade:"Sie haben mich dafür gewonnen, an dem Filateusenstreik von 1906 mitzumachen."
(Filateusen waren natürlich die Seidenspinnerinnen. Von den Seidenraupen lebte lange Zeit die ganze Gegend.) Jedes Jahr ist bei "Ganges 1900" etwas dazugekommen, nachgebaute Brunnen, Kioske, Veranstaltungen. Und: Wie sah eine Eheschließung vor 100 Jahren aus? Es sieht ganz so aus, dass dieses Wochenende "Ganges 1900" sich fortschreibt.
Die Landschaft um Ganges herum lädt ein zum Radfahren, Wandern, Schwimmen.
Die großen Ferien in Frankreich sind zu Ende, es ist relativ ruhig, auch am Fluss. Wo schwimmt es sich am besten? In der Vis, dort, wo sie in den Hérault fließt. Da kann man gut 400 Meter Strecke schwimmen. Ein wunderbares Gefühl, in einer wunderbaren Landschaft. Und wenn Sie sich die Mühe machen, einen Berg zu besteigen, gibt es sagenhafte Ausblicke.
Noch ein paar Tipps? Demnächst mehr!

 Betreff: Cevennen - Urlaub im Naturpark -Die Menschen und die Landschaft.. 04-08-2010 17:00:20 
gedomgud
Mitglied seit: 25-04-2009 09:29:11
Beiträge: 5
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Fortsetzung über Gange, Menschen und Umgebung!

Und die Erinnerung an den 1. Weltkrieg? Ja, es gab Widerstand (Résistance) gegen die deutsche Besatzung gegen Kriegsende und, ja, es gab blutige Repressalien der deutschen Wehrmacht - einen Gedenkstein findet man auch in Ganges. Aber die Menschen in Ganges und Umgebung verhalten sich im allgemeinen aufgeschlossen und vorurteilsfrei, und man kann mit ihnen auch offen über die Erfahrungen in dieser Zeit sprechen. Wir haben das bei vielen Gelegenheiten selbst erfahren.
Auf einer Wanderung nördlich des Städtchens lernten wir zum Beispiel einen älteren Mann kennen, der mit andern zusammen eine längere Wandertour machte. Wir kamen ins Plaudern, und er erzählte uns eine wunderbare Geschichte. Im Krieg half er bei einer Bauernfamilie im Odenwald auf dem Bauernhof aus - der Ehemann war als deutscher Soldat an der Front. Dabei habe er sich trotz seiner Situation als Kriegsgefangener und Zwangsarbeiter immer mehr als ein Teil der deutschen Familie, fast wie ein Sohn, gefühlt. Als der Krieg zu Ende war, freundeten sich die Familien an und besuchen sich seitdem gegenseitig jedes Jahr, machen sozusagen Urlaub, einmal im Odenwald, einmal am Rande der Cevennen, jetzt schon in der dritten Generation. Die Menschen dort erzählen gerne von ihrem Leben, fragen Sie nur! Da war der alte Lehrer, der uns im Auto mitnahm. Als er pensioniert wurde, entschloss er sich, Bienenvölker anzuschaffen und die mitten in der Natur ihren Honig suchen zu lassen. Leider starb er im letzten Jahr.
Von den Freuden und Tücken des Wanderns in dieser wunderbaren Landschaft soll im nächsten Text die Rede sein. Aber was den Herbst betrifft: Es gibt ein kleines Problem in dieser Jahreszeit: Die Wildschweine. Das heißt, die Wildschweine selbst sind ganzjährig ein Problem für die Landwirtschaft - das Problem im Herbst, vor allem für die Wanderer, sind die Jäger (und ihre Hunde, und ihre Gewehre! Laufen Sie also nie im Herbst auf allen Vieren im Wald herum! :-)
Also vielleicht erst einmal von Ganges am Hérault entlang schlendern, wo die von einem künstlichen Nebenarm des Flusses getriebenen Mühlen die Felder bewässerten. Links im Wald versteckt sich ein altes Schloss, im Dörflein Cazilhac gibt es noch ein paar wunderbare alte Häuser (im obersten Stockwerk wohnten die Seidenraupen). Und auch in Cazilhac lässt sich beobachten: Zum Fluss hin das katholische Kirchlein, jenseits der
Autostraße, zum Berghang hin, das Gotteshaus der Hugenotten.
 Betreff: Aw: Cevennen - Urlaub im Naturpark.. 04-08-2010 18:08:42 
gedomgud
Mitglied seit: 25-04-2009 09:29:11
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Fotos aus Cazilhac

 Betreff: Aw: Cevennen - Urlaub im Naturpark.. 29-09-2010 11:28:05 
lanka
Mitglied seit: 29-09-2010 09:22:23
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Hallo,
würde gerne in den Cevennen noch im Oktober wandern gehen. Wer hat Erfahrungen gesammelt und kann mir davon berichten. Es soll ja auch den Wanderweg von Robert L. Stevenson durch die Cevennen geben? Würde mich über Infos freuen!!!
 Betreff: Aw: Cevennen - Urlaub im Naturpark.. 21-10-2010 18:39:32 
gedomgud
Mitglied seit: 25-04-2009 09:29:11
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1a. Wanderung: Ganges -Saint-Bauzille-de-Putois oberhalb des Flusses

Zuvor eine Mahnung, die etwas onkelhaft klingt: Natürlich gibt es in den Cevennen markierte Wanderwege, die entsprechenden Pläne finden Sie im allgemeinen in den örtlichen Touristeninformationen. Die schönsten Wanderwege sind aber oft Schotterstraßen mit zahlreichen Abzweigungen oder Trampelpfade, bei denen die Information darüber, wo man sich gerade befindet, leicht abhandenkommt.
Und manchmal muss man auch ein bisschen klettern, bergauf oder bergab. Man braucht also nicht nur eine ordentliche Karte, um die Richtung des Ziels vom Startpunkt aus bestimmen zu können, sondern auch einen Kompass, der einem sagt, in welche Himmelsrichtung man gerade geht. Das gibt einem Sicherheit, wenn man gerade im Zweifel darüber ist, welche Abzweigung man wählen sollte. (Manche Leute arbeiten schon mit GPS.) Bei der folgenden Wanderung ist auch ordentliches Schuhwerk vonnöten. Sie beginnt in Ganges. Starten Sie an der Alten Brücke (Le Vieux Pont, auch in Google Earth sichtbar) Überqueren Sie den Hérault, Richtung Südwesten, gehen Sie nach links, folgen Sie der Straße (etwa Richtung Süden),
auf der auch die attraktiven Gebäude der alten Seidenspinnereien zu sehen sind, bis zu nächsten, neuen Brücke. Dort biegen Sie zu einem zwischen Brücke und Hauptstraße ab, die leicht nach unten zunächst parallel am Fluss entlang führt, aber nach wenigen Minuten landwirtschaftlichen Flächen Platz macht, die früher aus einem Ableger des Flusses mit Wasserschöpfrädern (Noria) bewässert wurden. Diese sind zwar jetzt in Rente gegangen, aber immer noch zu sehen:
http://commondatastorage.googleapis.com/static.panoramio.com/photos/original/6937576.jpg)
Folgen Sie diesem Weg weiter halblinks, auch wenn das Sträßchen nach einiger Zeit rechts nach Cazilhac abbiegt. Sie sehen in einigem Abstand zur Linken ein Schloss (Chateau de Fal-Marie), das schon ein bisschen verfallen wirkt (selbst die sicher nicht armen Eigentümer können sich die ständige Restaurierung wohl nicht leisten); aber die Architektur und der wunderschöne Park mit alten Baumen, der bis zum Hérault führt (auch in Google zu sehen) lohnen einen kleinen Umweg. Gehen Sie das Sträßchen dann weiter durch Felder (SO), bis ein anderer, von Bäumen gesäumter Weg auf den Herault zu (O) führt. Nahe dem Ufer gibt es dort einen Spielplatz und am Ufer selbst einen Platz zum Verweilen. Der Hérault erweitert sich dort, man kann Wasservögeln und Kanusportlernzuschauen, auf der anderen Seite des Flusses liegt der Ort Laroque. Und ein Stück weiter verwandelt sich der Flusslauf in eine Schlucht. Wenn wir weiter wollen, müssen wir ein bisschen klettern.
Der Pfad führt rauf und runter, immer wieder gibt es atemberaubende Blicke, und irgendwann landen Sie, wenn alles gut geht, in oder nahe bei dem Dörfchen Agonès. Von dort geht es sich nahe dem von wunderbaren Bäumen gesäumten Fluss leicht bis zur Blauen Brücke (Bild in Google Earth und http://www.herault.fr/files/gcausse/Depli_St-Bauzille.pdf), die über den Hérault ans Ostufer nach Saint-Bauzille-de Putois führt, einem noch ganz mittelalterlich anmutenden Städtchen, und dort lässt es sich auch in „La Filature“ (einer ehemaligen Seidenspinnerei) in einer ästhetisch und kulinarisch bezaubernden Weise essen. Das junge Paar, das sich dieses Restaurant einfallen ließ, wird wohl kaum jemanden enttäuschen. Dann geht es wieder bergauf, zum eigentlichen touristischen
Anziehungspunkt des Ortes: der „Grottes des Demoiselles“, einem Abenteuer, das in die Vorzeit der Erde führt (Genaueres und Bilder im Internet unter http://www.provenceinfo. de/Sehenswertes/Grotte_des_Demoiselles/grotte_des_demoiselles.html und in Wikipedia. (s. Wanderung 2)
Entfernung, etwa 10 km, aber etwas schwierig zu gehen. Leichter, aber etwas weiter: 1b

 Betreff: Fortsetzung: Wanderung in den Cevennen.. 23-10-2010 18:30:48 
gedomgud
Mitglied seit: 25-04-2009 09:29:11
Beiträge: 5
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Ganges -Saint Bauzille Variante 1b

In der Variante 1 a hieß es: „Gehen Sie das Sträßchen dann weiter durch Felder (SO), bis ein anderer, von Bäumen gesäumter Weg auf den Herault zu (O) führt.“ Statt zum Fluss Hérault nach links abzubiegen, gehen Sie einen Weg, der in Kurven den Berg hinauf führt, bis Sie zu einem Gestüt kommen. Lassen Sie die schönen Pferde links liegen oder stehen und gehen und suchen Sie den Pfad, der nach Süden führt (am Anfang etwas schwierig, weil er durch Gebüsch und Gestrüpp führt). Lassen Sie sich nicht von abgehenden Pfaden irritieren, auch nicht von einer Ruine, an der Sie wohl vorbeikommen werden, sondern bleiben Sie auf Südkurs. Der Weg führt nach Agonès, und von dort werden Sie das Ufer des Hérault, wenn Sie sich links (O) halten, leicht finden. Im schlimmsten Fall landen Sie etwas weiter nördlich auf der (nicht sehr befahrenen) Asphaltstraße, die in Südrichtung zum Hérault und dann auch zur Blauen Brücke führt. Zur Beruhigung empfiehlt es sich, diesen Bergrücken zwischen Ganges/Cazilhac und Agonès auf Google Earthe anzu“fliegen“, der Weg ist dort deutlich zu sehen und auch, wo es durch Gebüsch geht, und wo dazwischen nur Schafsweide/verwilderte Wiese zu sehen ist.

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