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8/10_Steinfurther Bioland Gaertnerei Drucken

Zahlreiche Gemüsesorten und Kräuter – die Steinfurther Bioland-Gärtnerei Schwalm


Die Steinfurther Bioland-Gärtnerei von Erhard Schwalm liegt versteckt an der Landstraße vor Steinfurth, einem Ort, der 1972 von Bad Nauheim eingemeindet wurde und heute 2.888 Einwohner zählt. Von Frankfurt am Main aus erreicht man den Stadtteil nach etwa 30 km in nördlicher Richtung.

Steinfurth liegt im Herzen der Wetterau und wird auch das Rosendorf genannt. Die erste Rosenschule gründete hier 1868 Heinrich Schultheis, der die Rosenzucht in England erlernt hatte. Sie brachte den Bewohnern Wohlstand und Ansehen über die Grenzen Deutschlands hinaus. Heute leben nur noch fünf Betriebe von der Rosenzucht, davon arbeitet ein Betrieb nach den Richtlinien des Bioland-Verbandes. Die Rosenschule Ruf befindet sich in direkter Nachbarschaft zur Steinfurther Bioland-Gärtnerei und ist allein schon eine Reise wert. Hier findet man nicht nur zahlreiche Bio-Rosenzüchtungen, sondern in einer umgebauten Scheune auch noch alles rund um die Rose. Bei einer Tasse Kaffe im Garten oder im apart gestalteten Kaffeehaus kann man die leckeren Kuchen genießen, die ebenfalls in Beziehung zur Rose stehen.


Rosenfeld, im Hintergrund SteinfurthAnfang und Entwicklung der Bioland Gärtnerei

1982 ist die Steinfurther Gärtnerei von Erhard und Nicola Schwalm gegründet worden. Nicola Schwalm schied jedoch 1989 aus dem Betrieb aus.

Eigentlich kommt Erhard Schwalm aus Heidelberg. Seine Eltern sind Lehrer. Er war auf einem Humanistischen Gymnasium und hat Latein und Griechisch gelernt. Es gab für ihn andere Pläne. Aus Liebe zur Natur studierte er in Giessen Landwirtschaft. „Ich habe in Giessen konventionelle Landwirtschaft studiert. Bio gab es damals noch nicht, aber es gab die Möglichkeit der Spezialisierung - Mikrobiologie, Lagerung, Obstbau, Gemüsebau als Nebenfach.“ Der Grundsatz „gesunder Boden, gesunde Pflanze, gesundes Tier, gesunder Mensch“, über den Hans-Peter Rusch in seinem Buch über die Bodenfruchtbarkeit geschrieben hatte, überzeugte ihn. Sein Plan war, eine Landkommune aufzumachen. Dann wurde ein Gemüseanbaubetrieb daraus.

Erhard SchwalmEs fing alles ganz klein an. Mit zwei Personen und einer Praktikantin. Gearbeitet wurde in zwei kleinen Gewächshäusern und Kellergewölben. Die Gärtnerei arbeitet seit 1982 nach den Richtlinien des biologisch-organischen Landbaus. Alle Handelsbeziehungen sollten bekannt sein – die Produkte regional, der Vertriebsweg transparent. Die Gärtnerei ist zeitgleich mit dem regionalen Anbieter Phönix, dem Naturkost-Großhandel in Rossbach, gewachsen.

Es gab von Anfang an Beziehungen mit anderen Gärtnern zum Austausch von Jungpflanzen und Produkten. Die Absicht war, möglichst viele Kulturen anzubauen. Dabei legte man Wert auf den Erhalt "alter", fast vergessener Sorten. Zu Spitzenzeiten erntete die Gärtnerei noch vor einigen Jahren im Sommer an die 120 verschiedene Gemüsesorten, zurzeit sind es noch rund 80. Angebaut wird das Gemüse auf ungefähr 15 Hektar. Ein Teil des Ackerlandes wird jährlich mit Gründüngung bestellt, um das Bodenleben zu füttern und die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten. Früher pflanzte man 40 Kürbissorten – es gab ihn in allen Variationen, Größen und Sorten. Damals war der Kürbis in Deutschland noch unbekannt. Inzwischen gibt es ihn überall fast das ganze Jahr. Um ihn bekannter zu machen, übersetzte und kopierte man sogar  Kürbisrezepte aus den USA und verteilte sie auf dem Markt. Heute pflanzt Erhard Schwalm nur noch vier Kürbissorten an.

Im beheizbaren Gewächshaus stehen Bohnen, Tomaten und Gurken, denn sie leiden stärker unter der Witterung als andere Gemüsepflanzen. Alles andere wächst im Freiland. Es gibt fast alles, nur kein Wurzelgemüse. Im Moment sind auf dem Betrieb außer den zwei Betriebsleitern noch zehemaliger Hofladenwei Auszubildende im zweiten Lehrjahr, drei ausgebildete Gärtner und einige polnische Saisonarbeitskräfte beschäftigt. Die 15 Hektar werden im Sommer von insgesamt 13 Personen bearbeitet, im Winter von 8 Personen. Vor drei Jahren musste die Steinfurther Bioland-Gärtnerei den eigenen Hofladen schließen, nachdem in der Nähe ein Bio-Supermarkt eröffnet hatte. Das produzierte Gemüse wird außer an den regionalen Großhändler Phönix noch an den Wiederverkäufer Querbeet und an Jörg Schmitting und Freunde mit Stand auf dem Konstablermarkt in Frankfurt verkauft. Daneben findet noch ein Verkauf in Friedrichsdorf und in Bad Homburg auf dem Wochenmarkt statt.

Die Steinfurther Bioland-Gärtnerei hat in diesem Jahr zehn Sorten Tomaten angebaut. Darunter sind die schmackhafte Philovita (das Leben liebend), Cocktailtomaten,  San Mazano (die langen Flaschentomaten), Douglas (die ganz klassische runde Tomate) und die Berner Rose, eine alte Sorte, die nicht mehr so oft kultiviert wird. Sie schmeckt sehr aromatisch und hat eine ganz dünne Schale, was die meisten Marktkunden besonders zu schätzen wissen. Außerdem gibt es noch die Flavence, das Ochsenherz und die Eiercocktailtomaten. „Dieses Jahr ist ein gutes Tomatenjahr“, sagt Sabine Becker, „die Sonne ließ die Tomaten voll und aromatisch ausreifen“. Schädlingen rückt man hier mit Hilfe von Schlupfwespen oder mit Florfliegen zu Leibe. Damit die Blüten der Tomaten ausreichend befruchtet werden, schwärmen im Frühjahr große Hummelhorden aus.

Seit 17 Jahren ist Sabine Becker im Team und seit drei Jahren für das Gewächshaus zuständig. Unter ihrer Aufsicht befinden sich das beheizbare Gewächshaus Gewächshaus mit 4.000 qm und  einige kleinere, nicht beheizbare Gewächshäuser mit 2.000 qm. Sie schützen vor größeren Platzregen und im Winter vor Schnee. Dort wachsen Kräuter, die winterhart sind, aber auch Feldsalat, der geschützt besser wächst und geerntet werden kann. Mit einer Solaranlage produziert die Gärtnerei ihren eigenen Strom. Ein Bewässerungsteich daneben liefert das Gießwasser. Im Teich sammelt sich das Regenwasser, das von allen Gewächshausdächern abfließt. Um im Sommer etwas Erfrischung und Spaß zu haben, wurde ein Badesteg angelegt. So können sich die Mitarbeiter während der Arbeit erfrischen.

Die Steinfurther Bioland-Gärtnerei legt nicht nur großen Wert auf ihre Kulturen, die das Einkommen sichern, sondern auch auf Landschaftspflege. Sie pflanzt und schneidet Hecken zu Gehölzinseln als Unterschlupf für nützliche Tiere. Ein eigener Brunnen liefert das Wasser für die Freilandbewässerung

Wer mit der Natur arbeitet, trägt auch ein großes Risiko. In diesem Jahr musste die Steinfurther Bioland-Gärtnerei schon drei ganze Ackerkulturen einfräßen. Die dicken Ackerbohnen, die Buschbohnen und die Rettiche waren vertrocknet. Der heiße Wind strich über die Pflanzen, und die Bewässerung war nicht mehr ausreichend. Im Gewächshaus lässt sich das Risiko minimieren. Hier gibt es auf allen Seiten Öffnungen, die sich automatisch nach einem Temperaturfühler öffnen und schließen.

Das Gelände beherbergt auch ein Tipi, das dem hiesigen Bad Nauheimer Naturheilverein gehört. In Kooperation finden darin so genannte Power-Indianer-Kinder-Wochenenden statt. Bei der nächsten Veranstaltung des Naturheilvereins am 22. August ist in der Steinfurther Bioland-Gärtnerei das „Mantra-Singen“ angesagt. Mantras entstammen vielen Religionen und Kulturen. Diese kurzen und einfachen Lieder sollen die innerste Quelle und Anbindung an den Kosmos zum Ausdruck bringen. Bei ihnen kommt es mehr auf die Melodie als auf den Text an.

Früher feierte man hier große Hoffeste. Übrig geblieben sind die von Sabine Becker und Erhard Schwalm organisierten Jahreszeitenfeste auf dem Berg, die ihr Leben mit den Jahreszeiten und ihre enge Verbundenheit mit der Natur feiern. Zu Beginn einer Jahreszeit kommen immer viele Freunde und Bekannte, die die neue Jahreszeit mit Feuer, Trommeln und Gesang begrüßen.

Diese Jahreszeitenfeste entstanden aus einem ganz kleinen Sing-Kreis – dem „Mandra-Singen“. „Für mich ist die Wintersonnenwende am Schönsten. Die Begrüßung des neuen Lichtes, das man noch gar nicht merkt. Am 21. Dezember ist es so dunkel. Sich dabei klar zu machen, dass es ab jetzt wieder anders rum geht“, sagt Sabine Becker. Das Fest findet bei jedem Wetter statt, ob bei Schneesturm oder bei Eiseskälte. Alle stehen dann um das Feuer herum. „Es ist kein Fest, Bio-Tomatenstockdas man absagt, weil das Wetter nicht mitspielt. Es ist, wie es ist. Das ist auch unsere Haltung“,  erklärt Sabine Becker weiter. Zu den Festen bringt jeder seine Getränke und, wer möchte, ein Instrument mit. Gestellt werden der Platz, das Feuerholz und die Lichterkette – also die Infrastruktur.

Als Erhard Schwalm mit seiner ersten Gattin hier 1982 anfing, standen kein Baum und kein Strauch. „Wir haben unser ganzes privates Geld hier hinein gesteckt. Ich finde meine Arbeit hier immer noch sinnvoll und genau richtig. Ich wüsste immer noch nichts Besseres“, betont er im Rückblick.

 

 

Kontakt:

Steinfurther Bioland Gärtnerei
Erhard Schwalm
Zum Sauerbrunnen 66
61231 Bad Nauheim OT Steinfurth
T 06032-86170
http://www.naturkost.de/portrait/gemuesegarten.htm

 

Termine Marktstände:

Bio-PaprikastaudeBad Homburg
Marktplatz, dem Waisenhausplatz und dem Kurhausvorplatz      
Dienstag und Freitag                                     7:30 – 14 h

Friedrichsdorf
Landgrafenplatz                    
Mittwoch und Samstag                                      8 – 13 h




 

 

 

 

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