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7/10_Bio-Weingut Ökonomierat Lind (ECOVIN) in Rohrbach Drucken

Das Weingut Ökonomierat Lind in der von der Sonne verwöhnten Region Südliche Weinstraße – Weine zum Genießen und Rezepte mit Verjus


Der Weinbauort Rohrbach zählt 1.596  Einwohner und liegt im Klingbachtal in der Südpfalz. Er ist etwa 30 km von Karlsruhe und 8 km von Landau in der Pfalz entfernt. Rohrbach ist Teil der Verbandsgemeinde Herxheim bei Landau.

Von der Südpfalz spricht der Chronist August Becker (1828-1891) aus Klingenmünster in seinem Buch „Die Pfalz und die Pfälzer“ (1857) als vom “fruchtbarsten Land der Pfalz“. Er beschreibt seine Bewohner als „heiter, fröhlich und reich begabt“ und im Charakter passend zum mediterranen Landschaftscharakter. In Verbindung mit „natürlicher Intelligenz, Geistesfrische, Witz, Unternehmungsgeist, Weltoffenheit und sprichwörtlicher Gastfreundlichkeit sind die schmucken Dörfer und Gemeinden des Klingbachtales Kleinode in der Schatztruhe unserer Pfälzer Heimat“.

Landschaft PfalzDie Südpfalz besteht hauptsächlich aus den Landkreisen Germersheim und Südliche Weinstraße sowie der Stadt Landau. Teile des Landkreises Südwestpfalz, insbesondere die Region um Dahn, werden noch hinzugezählt. Im Norden grenzt die Südpfalz an die Vorderpfalz, im Osten an den Rhein, im Süden an das französische Unterelsass und im Westen an die Westpfalz.

Wer auf der Weinstraße nach Süden Richtung Elsass fährt, durchquert das Weinbaugebiet Pfalz im Bereich " Südliche Weinstraße". Das milde und mediterrane Klima macht diese Region zu einem Weinbaugebiet, in dem sich hochwertige Weine entfalten können. Die Früchte reifen auf den tiefgründigen, fruchtbaren Löss-Lehmböden mit wechselndem Kalk- und Sandgehalt zu aromatischen Trauben, aus denen gehaltvolle, extraktreiche Weine entwickelt werden. Auch Feigen, Esskastanien, Kiwis und Zitronen lässt dieses Klima reifen. Sie tragen zu den kulinarischen Genüssen dieser Region bei.

Weinlese auf dem Weingut Lind - 1920Der Landkreis Südliche Weinstraße wird auch als das "Herzland Europas"  bezeichnet und ist ein besonderer „Flecken Erde“, den Gourmets und Weinfreunde besonders schätzen. Seine landschaftlichen, klimatischen, historischen und kulinarischen Reize ziehen jährlich viele Besucher an.

Die Chronik der Weinbaufamilie Familie Lind reicht bis in das Jahr 1250 zurück. Das Familienwappen wurde schon 1362 verliehen. Es ist keine Familie im üblichen Sinne. Besondere Auszeichnungen gibt es viele. Ob Gutsbesitzer und Oekonom oder Direktionsrat vergangener Jahrhunderte -  2000 verlieh Ministerpräsident Kurt Beck an Manfred Hermann Lind auf Grund seiner außergewöhnlichen Verdienste für den Weinbau den Ehrentitel "Ökonomierat".

1983 beendete sein Sohn Rüdiger Lind mit 22 Jahren seine Ausbildung zum "Winzermeister".  Seit 1980 befasst er sich aus Liebe zur Natur und insbesondere zur Rebe mit dem Weinbau unter umweltschonenden Gesichtpunkten und leistet schon früh wertvolle Pionierarbeit. Lind bearbeitet seine Gelbsenfeinsaat zwischen den WeinreihenWeinberge mittlerweile nach den strengen Richtlinien des  Bundesverbandes Ökologischer Weinbau ECOVIN, der Ökologischen Weinbau als ein ganzheitliches Anbausystem sieht. ECOVIN wurde 1985 als größter Zusammenschluss ökologisch arbeitender Weingüter in Deutschland gegründet. Dabei setzen Ökowinzer auf einen biologisch aktiven Boden als idealen Standort für gesunde und stabile Reben. „Nicht nur der Verzicht auf Pestizide, Herbizide, gentechnisch veränderte Organismen und synthetischen Dünger, sondern auch Einsaat von gründüngenden Pflanzen (z.B. Wicken, Senf, Winterrüben) und Kräutern wie Dill, Koriander, Kümmel, Phacelia sorgen für ein intaktes Ökosystem. Weinerzeugung mit Rücksicht auf Pflanzen, Tiere, Boden und ist letztendlich auch Rücksicht auf unsere Kinder!“ erläutert Lind seine Arbeit.


Rüdiger Lind ist in eine Familie hineingeboren, die seit Jahrhunderten im Weinbau tätig ist Für ihre Passion findet er die folgenden Worte: „In unserer Familie steht seit Generationen die Liebe zum Wein im Mittelpunkt. Das Mysterium des Weines, Lebensfreude zu wecken und Sinne zu sensibilisieren - mit Familie Lindihm aber auch Entspannung und Ruhe zu finden, ist für uns eine ganz besondere Faszination. Unsere Sinne eröffnen uns den Zugang zur Seele dieses Geschenkes der Natur.“

Rüdiger Lind übernahm 2001 die Leitung des Weingutes und setzt die Tradition des Ausbaus im "Sur lie-Verfahren" fort. Dabei werden die Weißweine, ohne abgestochen zu werden, unmittelbar von der Feinhefe auf die Flasche gefüllt. Dieses Verfahren liefert extraktreiche, fruchtige Weine. Dadurch sind sie trotz ihrer geringen Säure nicht oxydationsempfindlich und müssen unter Umständen vor dem trinken „atmen“, um ihren facettenreichen Körper zu entfalten. Sie weisen ein lebhaftes, ausgeprägtes Aroma auf und sind lange lagerfähig. Ein biologischer Säureabbau garantiert ihre außerordentliche Bekömmlichkeit und Harmonie. Hinzu kommen die natürliche Klärung und der Verzicht auf "Schönungsmittel".

Im „Sur lie-Verfahren“ lässt man  in Frankreich häufig den Muscadet länger auf dem Hefebett (lie) Hozfässer - im Bariquesstehen, um ihm mehr Frische zu verleihen. Als “vin sur lie” wird der Wein etwa sechs Monate auf der Hefe belassen. Er bekommt dadurch im Geschmack einen typischen Hefeton.

Der Winzer Lind stellt seit vielen Jahren dem Pamina Gymnasium Herxheim (PGH) einen "Öko-Schulweinberg" zur Verfügung und gibt sein Wissen im ökologischen Weinbau an jüngere Generationen weiter. Schüler und Lehrer erfahren von ihm die Besonderheiten und Vorteile des Bioanbaus. Sie lernen, was Biodiversität bedeutet, und erleben die unmittelbare Wirkung auf die Natur. Der hier erzeugte Flaschenwein wird durch das Gymnasium verkauft und der Erlös einem sozialen Zweck gespendet.

Das Deutsche Nationalkomitee der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" zeichnete das Pamina Gymnasium Herxheim (PGH) 2006  für diese Arbeit aus. Es wurde damit der Beitrag zur Allianz "Nachhaltigkeit lernen" anerkannt. Eine Dankesurkunde überreichte am 15 März 2006 der Schulleiter des PGH Lothar Bade an Rüdiger Lind, ohne den diese pädagogische Leistung nicht möglich gewesen wäre.

Die hochwertigen Bio-Weine vom Weingut Ökonomierat Lind werden in der ganzen Welt getrunken. Ob zur offiziellen Feier zum 60. und 65. Geburtstag des ehemaligen Bundesaußenministers Herrn Genscher, im Grand Hotel in Oslo, im Imperial Hotel in Osaka oder im Grand Hyatt Hotel in Shanghai – die Weine Weinberge Bio-Weingut Lindder Familie Lind stehen für höchste Qualität.  Hergestellt werden folgende Weißweinsorten: Weißer Burgunder, Grauer Burgunder, Gewürztraminer, Riesling, Sauvignon Blanc, Chardonnay, Müller-Thurgau, Ortega. Die Rotweinsorten Spätburgunder, Schwarzriesling, Cabernets, Dornfelder, Portugieser vervollständigen das Programm.

Wer sich gerne passende Weine zusammenstellen lassen möchte, kann zum Beispiel die BURGUNDER DOPPEL-TRILOGIE aus der großen Familie der Burgunder mit 6 Fl. à 0,75 zu 7,91 EUR/Liter für 35,60 € auswählen. Rüdiger Lind kombiniert seine Weine auch zu bestimmten Themen. Ob zu Wild oder Käse oder als Weinprobierset, für Küche und Gaumen oder Verjus und Wein - alle Weine sind auf der Homepage http://www.weingut-oekonomierat-lind.de zu finden. Alle Weine können natürlich auch direkt ab Hof gekauft werden.

Als besondere Spezialität wird der Verjus hergestellt. Der Name vertjus stammt aus dem  Mittelfranzösischen und bedeutet "Grünsaft". Im Mittelalter nannte man ihn Agrest. Er ist ein saurer Saft, Bio-Weingut Ökonomierat Lindder durch das Auspressen unreifer Trauben erzeugt wird und sich besonders zum Kochen eignet. Wen es neugierig macht, der findet am Ende einige Rezepte, zusammengestellt von der Familie Lind.

Besuchern des Weinguts in Rohrbach ist das dortige Heimatmuseum zu empfehlen. Es ist in einem restaurierten Fachwerkhaus aus dem 16. Jahrhundert untergebracht, dem Pfiesterhaus, das von einem Förderverein betreut wird und die gemeindeeigene dorfgeschichtliche Sammlung zeigt. Das Museum ist besonders für Kinder geeignet, da es ein anschauliches Bild dörflichen Lebens vergangener Zeiten vermittelt.

Wer den Weinbauort Rohrbach besucht, sollte unbedingt die spätgotische Simultankirche St. Michael besuchen. Sie ist eine von 29 Simultankirchen in Rheinland-Pfalz. Simultankirche bedeutet, dass sie von beiden Konfessionen genutzt wird. Diese Regelung wurde in der sog. kurpfälzischen Kirchenteilung durch Johann Wilhelm von der Pfalz im Jahr 1706 rechtlich festgeschrieben. Die Kirche entstand im 15./16.  Jahrhundert, wovon der Schlussstein über der Eingangstür Zeugnis trägt. Sie besitzt eine historisch wertvolle Orgel aus dem Jahr 1752. Der spätbarocke Hochaltar zeigt als Altarbild den Heiligen Michael.

Außerdem bieten die Kulturtage der Südlichen Weinstraße, die dieses Jahr vom 10. bis 19. September 2010 veranstaltet werden, ein abwechslungsreiches Programm. Es lohnt sich, der Südpfalz einen Besuch abzustatten!

Kontakt:

WEINGUT ÖKONOMIERAT LIND
Rüdiger Lind
Hauptstrasse 56
D-76865 Rohrbach/Südpfalz
T  +49 (0) 6349-929173
F +49 (0) 6349-929176
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.
http://www.weingut-oekonomierat-lind.de

Infos:

Kulturtage der Südlichen Weinstraße
http://www.suedliche-weinstrasse.de/weinstrasse/kunstkultur/kulturtage/index.php

Südliche Weinstraße
http://www.suedliche-weinstrasse.de/weinstrasse/kunstkultur

Heimatmuseum Pfiesterhaus
http://pfiesterhaus.webnode.com

Klingbachtal
http://www.klingbachtal.de/kbt_landundleute/kbt_landundleute.html


Rezepte mit Verjus von Familie Lind:



Kürbis-Suppe (ein Rezept aus dem Mittelalter)

ca. 1 kg Kürbisfleisch
1 gehackte Zwiebel
1 Liter Brühe
2 Eßlöffel Verjus
100g geriebener Parmesan
2 Eigelbe
1 TL Kurkuma
1/3 Teelöffel "Süßes Gewürz"
Salz

Kürbis aushöhlen, also die Kerne und das faserige Gewebe sorgfältig entfernen. Je nach Sorte, Größe und Form den Kürbis in Stücke (ca. 4 x 4 cm) schneiden und schälen oder umgekehrt, je nachdem, was einfacher ist. Zwiebel zerkleinern.
Beides in der Brühe aufsetzen und kochen, bis der Kürbis gerade weich ist. Das dauert je nach Sorte unterschiedlich lange, also ab und zu mit der Gabel reinpieksen und prüfen. Abseihen, die Brühe aufheben und weiter einkochen, Kürbis und Zwiebeln mit einem Kartoffelstampfer, einer Gemüsepresse oder dem Fleischwolf zerkleinern.
So viel von der Brühe hinzufügen, bis die gewünschte Menge und Konsistenz der Suppe erreicht ist, den Verjus zugeben und aufkochen. Mit dem Kurkuma färben.
Die Eigelbe mit dem Parmesan aufschlagen. Die Suppe vom Feuer nehmen und die Parmesanmischung mit ständigem Schwingen des Schneebesens einrühren.
(Achtung bei Holzgeschirr: Der Käse könnte ankleben. Also sofort nach Gebrauch mit heißem Wasser reinigen!)

Hühnchen in Verjus

1 Freilandhuhn
1 mittlere Zwiebel
50 g fetter Speck
150 ml Wasser
150 ml Verjus
4 Eigelbe
1/2 Tl. Muskatblütenpulver
1/2 Tl. Ingwerpulver
1 Prise Zimt
1 Prise Pfeffer
1 Prise Safranfäden
Salz

Das Huhn in kleine Stücke schneiden, salzen und pfeffern. Den Speck fein würfeln und bei mittlerer Hitze in einem Bräter auslassen. Die Zwiebel in Ringe schneiden.
Wenn der Speck ausgelassen ist, die Hühnerteile mit den Zwiebelringen von allen Seiten gut anbraten. Das Wasser hinzugeben und aufkochen, 50 Milliliter Verjus und die Gewürze hinzugeben. Den Bräter verschließen und das Ganze ca. 45 Minuten schmoren lassen. Kurz vor dem Servieren die Eigelbe mit dem restlichen Verjus aufschlagen und die Mischung bei milder Hitze nur kurz aufkochen lassen und zu dem Huhn gießen. Gut vermischen und warten, bis die Sauce dicklich wird.
Abschmecken und servieren.

Eier mit Zwiebeln

4 frische Eier
2 Zwiebeln
1/2 l Spätburgunder Classic (Nr.: 27)
2 / 101 El. Weinessig
50 ml Verjus
Olivenöl
Salz
 
Die Zwiebeln schälen und in Ringe schneiden und etwa 5 Minuten kochen. In einem kleinen Schmortopf 2 Eßlöffel Olivenöl erhitzen und die Zwiebeln 10 Minuten anbraten, bis sie Farbe angenommen haben. Den Wein, Verjus und den Essig zugeben und aufkochen. Auf etwa 1/4 der Menge einkochen. Das Zwiebelmus soll leicht flüssig sein. Nach Geschmack salzen. Wenn die Sauce fertig ist, etwas Öl in einer Pfanne erhitzen und die Eier wie Spiegeleier zubereiten, ohne dass sie verlaufen. Auf warme Teller setzen, zuvor möglichst viel Öl abtropfen lassen. Dann mit der Zwiebelsauce übergießen.

Rauchlachs auf gemischtem Spargelgemüse im Polentakörbchen mit Salatvariationen und Erdbeer-Verjus-Vinaigrette

100 g Rauchlachs
je 8 Stangen vom weißen und grünen Spargel
200 g Polenta (ist viel zu viel, aber sonst lässt sie sich nicht in der gewünschten Länge ausstreichen)
80 g geriebener Parmesan
50 g Butter
8-10 Erdbeeren, je nach Größe
Dijonsenf
2 EL Verjus
Salz/Pfeffer
(Walnuss-) Öl
Kerbel
1 Eigelb
Honig
geputzten Salat

Den Rauchlachs in dünne, große Scheiben schneiden.
Die Polenta nach Packungsanleitung zubereiten, am Schluss den Parmesan, das Eigelb und die Butter unterrühren, salzen und pfeffern, auf einem Backblech, mit Folie ausgeschlagen, etwa 0,4 cm dick ausstreichen und erkalten lassen.
Die Erdbeeren pürieren, mit einem Teelöffel Senf, Salz, Pfeffer, Honig, dem Verjus und dem Öl eine Vinaigrette zubereiten.
Die Spargel schälen, in gebuttertem, gesalzenem und gezuckertem Wasser kurz blanchieren. In Drittel schneiden, in der heißen Pfanne in etwas Öl fertigbraten, einen Stich Butter hinzufügen, den gehackten Kerbel hinzufügen und von der Platte nehmen.
Die Polenta in ca. 3 mm dicke Streifen schneiden, körbchenweise in eine Schöpfkelle legen, mit einer kleineren Kelle ausfüllen und frittieren, bis die Körbchen goldgelb sind.
Auf der einen Seite des Tellers den Salat nett anrichten, mit der Vinaigrette beträufeln. Auf die andere Seite das Polentakörbchen stellen. Mit dem Spargel füllen, den Rand auf den Teller auslaufend mit den Lachsscheiben belegen, mit einem Kerbelblatt und einer Zitronenspalte garnieren.

Perlhuhn in Verjus
Saute vom Perlhuhn in Verjus


Das Perlhuhn in Stücke teilen, salzen, pfeffern und leicht mit Mehl bestäuben. In einem gusseisernen Topf  200 g gewürfelten Räucherspeck in Öl auslassen, die Geflügelstücke mit anbraten, bis sie goldbraun sind. Einige Knoblauchzehen und 200 g geschälte Perlzwiebeln mitrösten, dazu einen Zweig Rosmarin und einige Stückchen Zitronenschale, mit 2,5 dl Verjus, 5 dl Dornfelder Classic (Nr. 14) und 5 dl dunklem Geflügelfond auffüllen. Zugedeckt 40 Minuten bei kleinem Feuer garen. Zwischendurch prüfen, ob noch genügend Flüssigkeit vorhanden ist, eventuell etwas Rotwein nachgießen. Dazu gibt es Weißbrot-Croutons, in Butter geröstet.
Das Perlhuhn, Numidia meleagris, stammt wohl aus Westafrika, wurde aber schon zu Zeiten des Aristoteles in Griechenland gezüchtet. Die schöne Perlzeichnung im Gefieder gab ihm den Namen. Nach der griechischen Sage wurden die Schwestern des Meleagros in Perlhühner verwandelt; die Perlen im Gefieder seien die Tränen, die sie über den Tod des Bruders vergossen hätten. Aus dem Mittelalter hören wir nichts von Perlhühnern. Erst im fünfzehnten Jahrhundert wurden sie von Portugiesen aus Guinea wieder eingeführt. Magister Elsholtz nennt sie KaIkaunen und lässt sie in seinem "Französischen Koch" schon in Agrest (Verjus) zubereiten. Er berichtet, dass sie die Gesellschaft normaler Hühner nicht lieben und sich "in mangel ihresgleichen mit Pfauen paaren".



Kohlrabiröschen mit Trüffel und Ringelblumen-„Popcorn"
Für vier Portionen

120 g Kohlrabi
40 g Sommertrüffel
Meersalz, Pfeffer aus der Mühle
1 Schalotte, fein gewürfelt
1/2 TL Salz
25 ml Verjus
25 ml Spätburgunder-Essig
100 ml Olivenöl
frische Sommerblüten (Speisechrysanthemen, Malven, Taubnesseln)
12 Ringelblumen-„Popcorn"-Blüten
4 TL Trüffel

Gewürzsud:
1 l Wasser
1 Bund Thymian
je 1 Lorbeerblatt und Nelke
400 g Meersalz
Ringelblumen-„Popcorn": 200 g Ringelblumen-Blütenknospen, kurz vor der Blüte gepflückt;
100 ml Sonnenblumenöl

Zubereitung:
Kohlrabi schälen, in sehr dünne Scheiben schneiden, blanchieren. Schalotten andünsten würzen, Verjus zugeben, vom Herd nehmen, Essig und Olivenöl untermischen, über die Kohlrabischeiben gießen und gut mischen. Kohlrabi schuppenartig zu vier Bahnen à 20 Zentimetern auslegen, mit 10 Gramm Trüffelscheiben belegen, aufrollen und senkrecht anrichten. Mit frisch gezupften Sommerblüten und Ringelblumen-„Popcorn"-Blüten umranden. Mit restlicher Verjus-Vinaigrette und Trüffelöl beträufeln, restliche Trüffel darüber hobeln.

Für den Gewürzsud alle Gewürze mit Meersalz aufkochen. Ringelblumenknospen in ein hohes Gefäß geben und mit Sud bedecken, vier Wochen ziehen lassen. Danach abgießen und in einem Liter kaltem Wasser einen Tag wässern, anschließend abgießen. Mit Sonnenblumenöl bedecken und weitere vier Wochen ziehen lassen. Ringelblumen-Popcorn: Eingelegte Blüten für einige Sekunden in die Mikrowelle stellen – die Blüten platzen auf!


Überbackener Zander mit Ingwer und Verjus-Soße
für 4 Personen

250 ml Verjus
200 ml Olivenöl
1 Zwiebel, fein gehackt
150 g sehr kalte Butter
1/2 Orange, gepresst
Salz
Pfeffer, aus der Mühle
Schalen aus einer 1/2 Orange und einer 1/2 Zitrone, in Streifen geschnitten und kurz blanchiert
100 g Ingwer, feine Streifen geschnitten
4 Zanderfilets (ca. 130 - 150 g)
3 frische Artischocken
100 g Wildreis
4 Tomaten
Basilikumblätter

Verjus, Olivenöl und Zwiebel in eine Pfanne geben und auf ein Drittel einkochen.
Die Reduktion durch ein Sieb gießen und anschließend 100 g der Butter stückchenweise einschwenken. Mit dem Saft der 1/2 Orange, Salz und Pfeffer abschmecken. Die Orangen und Zitronenschalenstreifen beigeben und noch etwas einkochen lassen. Den Ingwer mit der restlichen Butter vermengen und gleichmäßig auf die mit Salz und Pfeffer gewürzten Zanderfilets verteilen. In eine feuerfeste Form legen und 10 Minuten im vorgewärmten Backofen bei 200 Grad überbacken.
Die Blätter der Artischocken mit einer Schere abschneiden, so dass nur noch die "Herzen" übrig sind, den Stiel aber dran lassen. In reichlich Salzwasser 30 Minuten kochen. Dann die Artischocken oben auseinander drücken und das "Heu" mit einem Löffel entfernen.
Den Wildreis gar kochen und die Artischocken damit füllen. Die Tomaten in Scheiben schneiden und in der Pfanne in etwas Olivenöl frittieren. Anschließend die Basilikumblätter ebenfalls frittieren.
Die Verjus-Soße auf vier vorgewärmten Tellern verteilen, die Artischocken und das Zanderfilet anrichten und am Schluss mit den frittierten Tomaten und dem Basilikum garnieren.


Hochland-Rindshochrücken, pochiert in Traubenkernöl an Verjus
für 10 Personen

Hochland-Rindshochrücken
1,5 kg gebundener Rindshochrücken
1,5 l Traubenkernöl
Meersalz

Den Rindshochrücken in eine feuerfeste Form geben und mit dem auf 180 °C erhitzten Traubenkernöl übergießen. Bei konstanten 180 °C den Rindshochrücken auf 54 °C Kern-Temperatur pochieren.
Vor dem Servieren den Hochrücken mit Meersalz würzen, dann tranchieren.
Verjus-Sauce
1 l klarer Kalbsfond
4 Bl. frischer Lorbeer
150 g Greyerzer Doppelrahm
125 g gekühlte Butter
125 ml Rahm
4 EL Verjus

Den Kalbsfond mit den Lorbeerblättern auf die Hälfte reduzieren.
Lorbeerblätter entnehmen, den Doppelrahm hinzugeben und nochmals leicht einköcheln lassen. Anschließend die Sauce mit der kalten Butter aufmontieren. Vor dem Anrichten mit Verjus aufschäumen.

Pflaumen im Speckmantel


1 Packung Trockenpflaumen
400 g Bacon in Scheiben
Schaschlikspieße

Den Speck in einer Lage um die Pflaumen wickeln und auf die Spieße stecken. (etwas Abstand lassen.)
Die fertigen Spieße auf dem Holzkohlengrill über der Glut (keine offenen Flammen) unter häufigem Wenden in ca. 10 min. schön knusprig braten.

Soße dazu (auf Vorrat herzustellen)
1 Glas Honig
1 Glas Pflaumenmus
Chilipulver
Räuchersalz
Paprika edelsüß
Pfeffer weiß gemahlen
Verjus

Honig, Pflaumenmus und die Gewürze (wegen der unterschiedlichen Vorlieben für die Schärfe muss da etwas rumprobiert werden) vermischen und gut durchrühren (eventuell über kleiner Flamme erhitzen, damit das Durchrühren besser klappt).
Zum Schluss in die abgekühlte Masse den Verjus einrühren und alles nochmals solange weiterrühren, bis es eine dickflüssige Soße ergibt (dicker als Ketchup).
Das über die Spieße oder über gegrilltes Fleisch oder auch zu Hähnchenpasteten – sehr lecker!

 

 

 


 

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