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| Schätze der Natur |
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Ein Wunderwerk der Natur - die verkannte BrennnesselWer auf dem Land aufwuchs, hat mindestens einmal in seinem Leben Erfahrung mit der Wirkung der Brennnessel (Urtica) gemacht. Die Haut wird rot, bildet Quaddeln – es brennt. Wen es arg erwischt hatte, der konnte seine Schmerzen mit dem Saft des Spitzwegerichs lindern. Diesen muss man direkt auf die Stelle auftragen, wonach der Schmerz sofort nachlässt. Fast alle Kinder kennen die Brennnessel, denn jede Mutter warnt vor ihr. Sie ist aus diesem Grund erst einmal nicht sonderlich beliebt. Für diese anspruchslose Pflanze gibt es jedoch zahlreiche positive Verwendungsmöglichkeiten. Sie ist für Mensch und Natur in vielerlei Hinsicht von Nutzen.
Etwa Mitte des 19. Jahrhunderts schrieb der Frankfurter Verfasser des „Struwwelpeter“ Dr. Heinrich Hoffmann (1809-1894) eine Lobeshymne auf die Brennnessel. Brennessel, verkanntes Kräutlein Brennessel, verkanntes Kräutlein, Dich muß ich preisen, Dein herrlich Grün in bester Form baut Eisen, Kalk, Kali, Phosphor, alle hohen Werte, Entsprießend aus dem Schoß der Mutter Erde, Nach ihnen nur brauchst Du Dich hinzubücken, Die Sprossen für des Leibes Wohl zu pflücken, Als Saft, Gemüse oder Tee sie zu genießen, Das, was umsonst gedeiht in Wald, auf Pfad und Wiesen, Selbst in noch dürft´ger Großstadt nahe Dir am Wegesrande, Nimms hin, was rein und unverfälscht die gütige Natur Dir heilsam liebend schenkt auf ihrer Segensspur! Die Brennnesseln bilden eine Gattung in der Familie der Brennnesselgewächse (Urticaceae). Bei uns kommen vier Arten dieser Gattung vor: die zweihäusige Große Brennnessel (Urtica dioica), die einhäusige Kleine Brennnessel (Urtica urens), die Röhricht-Brennnessel (Urtica kioviensis) und die aus dem Mittelmeerraum stammende Pillen-Brennnessel (Urtica pilulifera). Ihre Stängel erreichen je nach Standort und Art eine Wuchshöhe von 10 bis 200 Zentimetern und sind mit Brenn- sowie Borstenhaaren besetzt. Diese dienen zur Arterhaltung und wirken als Schutz gegen Fraßfeinde. Wer die Brennnessel von unten nach oben überstreicht, kann sie überlisten. Missachtet man diese Vorsicht, dann sticht das Härchen in die Haut und sein ameisensäurehaltiger Inhalt („Methansäure“) fließt in die Wunde und verursacht brennenden Schmerz. In der Natur ist die Bennnessel bei rund 50 Schmetterlingsarten beliebt, denn ihre Raupen nutzen sie gerne als Futterpflanze. Auf sie sogar ausschließlich angewiesen sind der Admiral, das Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs (auch als Nesselfalter bekannt), Silbergraue Nessel-Höckereule, Dunkelgraue Nessel- Höckereule, Brennnessel-Zünslereule (Hypena obesalis) und der Landkärtchenfalter. Die Brennnessel findet nicht nur Verwendung im Gartenbau, in der Ernährung und in der Heilkunde. Die fasrigen Stängel eignen sich auch zur Stoffgewinnung. Schon im 18. Jahrhundert fertigte man aus ihr Stoffe, die fester als Leinen waren und deshalb auch für Fischernetze und Stricke genutzt wurden. Aus dem Stängel der Großen Brennnessel mit ihren sehr langen und festen Bastfasern stellte man Nesselgarn, Nesselfäden und Stoff - das Nesseltuch - her. Die Große Brennnessel (Urtica dioica) dient auch heute noch als Heil- und Nutzpflanze. Das Kraut wird von März bis August geerntet, während der Samen erst im Frühherbst heranreift. Kraut und Samen sind ein wichtiger Bestandteil der Heilkunde, sie enthalten die Inhaltsstoffe Nesselgift, Vitamine, Mineralien, Histamin, Sekretin. Die jungen Brennnesseltriebe haben einen hohen Gehalt an Flavonoiden, Mineralstoffen wie Magnesium, Kalzium und Silizium, Vitamin A und C, Eisen und einen hohen Eiweißgehalt, der höher ist als in der Sojabohne. Wird die Pflanze kurz wie Spinat blanchiert oder roh als Salat mit Sauce vermischt, verlieren die Nesselhaare ihre reizende Wirkung. Im Frühjahr sind ihre jungen Blätter eine Delikatesse und als Brennnesselspinat mit Salzkartoffeln und Ei zu genießen. Die Blätter können auch getrocknet als Tee zubereitet werden. Dieser entfaltet Heilkräfte für viele unterschiedliche Beschwerden. Zubereitet wird der Tee mit zwei Teelöffeln getrocknetem Kraut oder einer Handvoll junger, frischer Blätter, die man mit einem Viertelliter kochendem Wasser übergießt. Fünf Minuten ziehen lassen, abseihen und über einen Zeitraum von vier bis acht Wochen täglich morgens und abends je eine Tasse lauwarm trinken. Brennnesseltee macht durch seinen hohen Eisengehalt wach und aktiv. Empfohlen wird auch eine vierwöchige Teekur: drei Tassen verteilt über den Tag, die erste Tasse eine halbe Stunde vor dem Frühstück. Die Brennnessel hilft gegen Haarausfall, Schuppen, unreine Haut und Ekzeme, bei Asthma, Kopf- und Gliederschmerzen, bei Nieren- und Blasenbeschwerden sowie Erkältungen. Sie soll sogar Heuschnupfen vertreiben. Ihre heilende Wirkung ist so umfassend, dass man daraus eine ganze Wissenschaft ableiten könnte. Wer mehr über die Heilkräfte der Bennnessel erfahren möchte oder Rezepte und Produkte sucht, der findet alles bei GRÜNE VOGTEI / MUH2 Ltd. unter http://www.gruenevogtei.com.In unserer Rubrik Ernährung unter Kräuter&Kräutertee finden Sie ebenfalls den Link zu Grüne Vogtei, dem Anbieter für Produkte aus der Brennnessel. |
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Etwa Mitte des 19. Jahrhunderts schrieb der Frankfurter Verfasser des „Struwwelpeter“ Dr. Heinrich Hoffmann (1809-1894) eine Lobeshymne auf die Brennnessel.
Höckereule, Brennnessel-Zünslereule (Hypena obesalis) und der Landkärtchenfalter.
die Nesselhaare ihre reizende Wirkung. Im Frühjahr sind ihre jungen Blätter eine Delikatesse und als Brennnesselspinat mit Salzkartoffeln und Ei zu genießen.
sogar Heuschnupfen vertreiben. Ihre heilende Wirkung ist so umfassend, dass man daraus eine ganze Wissenschaft ableiten könnte. 