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Konferenz des BMU im Bundespresseamt PDF Drucken E-Mail

„Kupfer im Pflanzenschutz - Geht es auch ohne?"


Eine Konferenz am 9. Juni 2009 im Presse- und Besucherzentrum des Bundespresseamts in Berlin beschäftigte sich mit dem Thema „Kupfer im Pflanzenschutz - Geht es auch ohne?"
Es trafen sich Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, um auch mit Betroffenen darüber zu reden. Diskutiert wurde über die Möglichkeiten und Grenzen des Verzichts auf Kupfer und die erforderlichen Rahmenbedingungen für einen Ausstieg aus der Kupferanwendung.

Michael Müller, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium (BMU) erläuterte in seinem Grußwort die Problematik: „Das Bundesumweltministerium will sich für den Verzicht von Kupfer als Pflanzenschutzmittel einsetzen und die Anstrengungen unterstützen, die Anwendung dieses Schwermetalls schnellstmöglich durch Alternativen zu ersetzen“. Und weiter: „Kupfer ist giftig und umweltschädlich, da es sich im Boden anreichert. Das kann dazu führen, dass das Bodenleben geschädigt wird. Der Verzicht auf Kupfer stellt aber gerade den Ökolandbau vor eine große Herausforderung.“

Die Teilnehmer der Konferenz befassten sich mit den Möglichkeiten und Grenzen des Verzichts auf Kupfer im Weinbau und in der Landwirtschaft. Grundlage der Themenerörterung waren unter anderem das Referat über ein "Strategiepapier zum Einsatz von Kupfer als Pflanzenschutzmittel im Ökologischen Landbau" von Prof. Dr. Randolf Kauer von der Fachhochschule Wiesbaden, Fachgebiet Weinbau, die Vorträge „Forschung und Entwicklung für kupferfreien Pflanzenschutz“ von Dr. Lucius Tamm vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau, FiBL Deutschland e.V. und „Kupferfreier Kartoffelanbau - Möglichkeiten und Grenzen“  von Dr. Christian Bruns von der Universität Kassel, Fachgebiet Ökologischer Pflanzenschutz sowie der Bericht aus der Praxis „Kupfer-Minimierung und pilzwiderstandsfähige Rebsorten“ von Klaus Rummel, Bio-Winzer aus Nußdorf bei Landau und Mitglied im Verband ECOVIN.

Zusammen mit den Umwelt- und Naturschutzverbänden will das BMU die Möglichkeiten und Grenzen des Verzichts auf Kupfer in der Landwirtschaft ausloten. "Je länger wir warten, desto größer werden die Schäden, weil das giftige Kupfer sich im Boden immer weiter anreichert. Langfristig wird damit die Bodenfruchtbarkeit aufs Spiel gesetzt - das größte Kapital der Landwirtschaft", erläutert Michael Müller. Im Januar 2009 hat die EU-Kommission in Brüssel die Zulassung von Kupfer als zulässigem Pflanzenschutzmittelwirkstoff auf sieben Jahre beschränkt. Müller sieht während dieser Zeit eine Chance, „eine Lösung für die Kupferproblematik zum Anliegen der gesamten EU zu machen und dadurch eine gute Alternative zu finden."

Betroffen ist vor allem der Ökolandbau in Deutschland. Hier werden beim Anbau von Obst, Wein, Hopfen und Gemüse ausschließlich Naturstoffe eingesetzt, jedoch ist man bei der Pilzbekämpfung derzeit beinahe ersatzlos auf geringe Mengen Kupfer angewiesen. Müller fordert nach dem EU-Beschluss die Industrie auf, Alternativen zu entwickeln, um damit „eine kupferfreie Landwirtschaft zu ermöglichen“.

Infos:

http://www.bmu.de