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22. Mai „Internationaler Tag der biologischen Vielfalt“

Unser Obst und Gemüse ist in den letzten 30 Jahren immer uniformer geworden. Angeblich perfekte Züchtungen verführen den Verbraucher. Eine geringe Auswahl an heimischen Sorten und Hybridzüchtungen mit weniger Aroma sind der Preis. Die Produzenten erwarten hohe Erträge, ihre Erzeugnisse sollen nicht schnell schimmeln, immer frisch aussehen und nie ihre Farbe verlieren. Dies führt dazu, dass immer weniger Pflanzensorten produziert werden, dafür aber besonders haltbare und leistungsstarke Züchtungen. Um ein Zeichen zu setzen, haben die UN im Jahr 2000 am Tag der Verabschiedung der Konvention über biologische Vielfalt (Biodiversität) den 22. Mai zum „Internationalen Tag der biologischen Vielfalt“ erklärt. In Bonn fand vom 19. bis zum 30. Mai die 9. Vertragsstaatenkonferenz (Conference of Parties - COP9) zur Konvention über biologische Vielfalt statt. „Der letzte Vertrag ist 16 Jahre alt und hat nichts verhindert“, urteilt Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, „ wir müssen es schaffen, einen neuen Vertrag zu beschließen, der mit Fördergeldern umgesetzt wird, bevor es zu spät ist“.


In Deutschland gilt jede dritte Tier- und Pflanzenart als gefährdet. Auch immer mehr Nutztierrassen verschwinden. In den letzten hundert Jahren sind weltweit 1.000 der anerkannten 6.400 Nutztierrassen ausgestorben, 300 davon in den vergangenen 30 Jahren. 2.000 Rassen sind bedroht. Viele davon überleben nur in geschützten Zonen. Ulrich Petschow, Wissenschaftler am Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), warnt: "Die Folge dieser Entwicklung ist eine zunehmende genetische Verarmung. Der Erhalt der Vielfalt der genutzten Sorten und Rassen in der Landwirtschaft, der Agrobiodiversität, ist wichtig als Schutz gegen Missernten, Schädlings- oder Krankheitsanfälligkeit sowie als Potenzial für die langfristige globale Ernährungssicherung".

Bedroht sind also nicht nur wild lebende und besonders geschützte Pflanzen und Tiere. Um den Erhalt der Agrobiodiversität zu gewährleisten, fordern Expertinnen und Experten eine Agrarpolitik, die der weltweiten Durchsetzung moderner Landwirtschaft mit Hochleistungssorten und –rassen kritisch begegnet. Nach Einschätzung des Umweltbundesamtes (UBA) belegen zahlreiche Studien, dass der großflächige Einsatz von Spritzmitteln in der industriellen Landwirtschaft eine große Bedrohung darstellt. Hinzu kommt die Umwandlung in Bauland, denn täglich wird in Deutschland eine Fläche mit Beton versiegelt, die der Größe von 100 Fußballfeldern entspricht. Die Gentechnik lässt die Risiken für die biologische Vielfalt in unkalkulierbarem Ausmaß anwachsen – mit womöglich dramatischen Konsequenzen.

Um dieser Entwicklung entgegenzusteuern, forderte Anita Idel, Projektkoordinatorin für Tiergesundheit & Agrobiodiversität, im Januar 2008 auf der Grünen Woche in Berlin: "Die gegenwärtige Ausrichtung der Züchtungspraxis muss sich ändern: Die einseitige Orientierung auf Hochleistung führt zwar kurzfristig zu höheren Erträgen, beinhaltet aber mittel- bis langfristig erhebliche Risiken. Erfolge bei der heutigen Nutzung alter Kartoffelsorten, den Angler Sattelschweinen oder lange vernachlässigter Geflügelrassen wie der Diepholzer Gans zeigen, dass eine Nachfrage nach alten Sorten und Rassen wieder initiiert werden kann."

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Klimagipfel beschließt Verhandlungsmandat



Mit dem Klimagipfel auf Bali wurde die Grundlage geschaffen, um erfolgreich die Verhandlungen über ein zweites Klimaschutzabkommen beginnen zu können. Sigmar Gabriel ist mit dem Ausgang des zweiwöchigen Klimagipfels nicht ganz zufrieden. Das Ergebnis bezeichnet er als „mühsam errungenen, aber tragfähigen Kompromiss mit substantiellen Festlegungen“. Deutschland und die EU hatten sich mehr erwartet. Jedoch hätte das Ergebnis auch weniger konstruktiv ausfallen können.

„Die Staatengemeinschaft will in den kommenden zwei Jahren ein Nachfolgeabkommen zum Kyoto-Protokoll aushandeln. Und: Sowohl Industrieländer als auch Entwicklungsländer wollen ihre Anstrengungen für den Klimaschutz verstärken. Gemessen daran, wie festgefahren die Situation noch auf dem letzten Klimagipfel in Nairobi war, ist Bali ein großer Fortschritt,“ komentiert Sigmar Gabriel.

Die Industrieländer, USA eingeschlossen, und die Entwicklungsländer erklären sich zur Minderung der Treibhausgase bereit. Diese Ergebnisse müssen "messbar, dokumentierbar und nachprüfbar" sein. Obwohl die Entwicklungsländer nur zu einem geringen Teil zum Klimawandel beitragen, schließen sie sich den Forderungen an. Allerdings fordern sie dabei technologische und finanzielle Unterstützung.

Die Industrieländer haben sich zu einer Minderung der Treibhausgasemissionen bis 2020 zum Ziel gesetzt. Das heißt, eine Reduzierung um 25 bis 40 Prozent. Verabschiedet wurde auch ein umfassendes Arbeitsprogramm im Bereich Technologietransfer. Als neuer Themenbereich wurde die Entwaldung als Klimakiller aufgenommen. Eine neue Verhandlungsgruppe trifft sich dazu bereits 2008.

Quelle: BMU-Pressereferat

Halbzeit des Weltklimagipfel auf Bali



Dass Australien rechtzeitig vor Beginn der Klimakonferenz auf Bali zum Kyoto-Protokoll beigetreten ist, wertet der Leiter der deutschen Delegation Dr. Karsten Sach positiv. Bislang verliefen die Gespräche in konstruktiver Atmosphäre. Ab dem 12. Dezember wird Bundesumweltminister Sigmar Gabriel die deutsche Delegation leiten. Insgesamt nehmen an den Verhandlungen Minister aus knapp 190 Staaten teil.

Ein neues Klimaschutzabkommen in der Nachfolge des Kyoto-Protokolls zu erreichen, ist das Ziel des Weltklimagipfels. Es soll 2009 verabschiedet werden und 2012 nach Ablauf der ersten Phase des Kyoto-Protokolls in Kraft treten. Die EU (Europäische Union) will sich zu einem ehrgeizigen Nachfolgevertrag verpflichten. Die Emissionen der Industriestaaten sollen bis zum Jahr 2020 um 25 bis 40 Prozent gegenüber dem internationalen Basisjahr 1990 begrenzt werden.

Zum ersten Mal habe China Verhandlungen zum Klimaschutz anerkannt. Über zusätzliche eigene Verpflichtungen wird nachgedacht. Diese positive Haltung bewertet die deutsche Delegation als positiv. Jedoch erwartet China im Gegenzug einen verstärkten Technologietransfer durch die Industrieländer.

Quelle: BMU-Pressereferat

Klimaschutz mit CCS



Die Bundesregierung hat einem Paket von Maßnahmen zugestimmt, das dazu dient, innovative CCS-Technologien zu entwickeln und in neuen Anlagen zu erproben. Unter CCS (Carbon Capture and Storage) versteht man die Abtrennung von Kohlendioxid aus Kraftwerken mit fossilen Brennstoffen und seine langfristig sichere Einlagerung in unterirdischen Speicherstätten, wie etwa erschöpfte Erdgasfelder. Mit Hilfe der CCS-Technologien sollen die CO2-Emissionen aus großen Kohlekraftwerken deutlich reduziert werden. Damit will die Bundesregierung die nationalen Klimaschutzziele erreichen und gleichzeitig die Energieversorgung Deutschlands mit seinen reichen Kohlevorkommen sichern. Bis 2020 sollen die CCS-Technologien zur Marktreife gelangen.

Quelle: das Pressereferat des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Mit Windenergie zum Klimaschutz beitragen



Am 18.9.2007 eröffnete Bundesumweltminister Gabriel in Husum die Windenergie-Messe HUSUMwind, die als weltweit größte Messe der Branche zum zehnten Mal stattfand. Gabriel betonte die Bedeutung der Windenergie für Deutschlands Energiezukunft: Sie trage wesentlich dazu bei, uns von fossilen Energieträgern und Energieimporten unabhängig zu machen, Arbeitsplätze zu schaffen und deutliche Fortschritte im Klimaschutz zu erzielen. Allein im ersten Halbjahr 2007 hat die deutsche Windenergie etwa 22 Milliarden Kilowattstunden Strom eingespeist, doppelt so viel wie vor drei Jahren. 2006 umfasste die Branche 75.000 Arbeitsplätze und setzte mehr als 5,6 Milliarden Euro um. Schon während des ersten Halbjahres 2007 wurde die für 2010 vorgegebene Zielmarke der Bundesregierung überschritten, den Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch auf 12,5 Prozent zu steigern. Laut Gabriel ist es realistisch, im Jahr 2020 27 Prozent und im Jahr 2030 sogar 45 Prozent des deutschen Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien decken zu können.

Quelle: BMU-Pressereferat

 

 

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