Ökologisch Bauen für die Zukunft PDF Drucken E-Mail

Energiesparendes Bauen ist voll im Trend


Ökohaus Frankfurt am MainAlles wird teuerer. Neben den hohen Lebenshaltungskosten sind es auch die Energiepreise, die sich in den vergangenen Jahren teilweise verdoppelt haben. Wer von den eigenen vier Wänden träumt, für den ist vorausschauendes Bauen wichtiger denn je. Denn: Durch eine höhere Energieeffizienz können gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: Der Geldbeutel wird geschont – und auch die Umwelt!

Natürliches Wohnen, gepaart mit Energiesparen und Umweltschutz, liegt voll im Trend. Über 80 Prozent aller Bauwilligen wünschen sich heute nicht nur ein Haus in Massivbauweise, sondern legen auch großen Wert auf Wohngesundheit und baubiologische Unbedenklichkeit. Ökologisches Bauen macht aber Unterschiede: Im Ausland, vor allem in Skandinavien und Nordamerika, werden schon seit 20 bis 30 Jahren Niedrigenergiehäuser gebaut. Dabei wurde in großem Umfang Wärmedämmung eingesetzt und Systeme zur kontrollierten Wohnungsbelüftung eingebaut, die wir im mitteleuropäischen Raum so noch nicht kannten. Vor etwa 20 Jahren fing man in Deutschland an sich verstärkt für diese Bauweise zu interessieren.


Ökohaus Frankfurt am MainDas Bundesbauministerium gab 1988 Empfehlungen zum Bau von Niedrigenergiehäusern heraus.

Folgende Kriterien müssen dabei erfüllt sein:

1. Niedrigenergiehäuser haben einen niedrigen Heizenergie- verbrauch, weil sie einen besseren Wärmeschutz   haben.
2. Eine kompakte Gebäudehülle die wind- und luftdicht ist.        Wärmebrücken müssen vermieden werden.
3. Das Gebäude muss ein System kontrollierter Lüftung haben.
4. Die Hilfsenergie zum Antrieb von Geräten und Maschinen sollte auf ein Minimum begrenzt werden. 

Ökohaus Frankfurt am MainDas Niedrigenergiehaus ist für die meisten Neubauten mittlerweile Standart geworden. Die Wärmeschutzverordnung aus dem Jahr 1995 und die Richtlinien von 2002 führten nochmals zu einer Verschärfung der Bestimmungen. Ein weiteres Modell ist das Drei-Liter-Haus. Der Unterschied zum Niedrigenergiehaus besteht darin, dass der jährliche Heizbedarf lediglich zwischen 16 und 39 kWh/ pro Quadratmeter und Jahr liegen darf. Dies entspricht einem Primärenergiegehalt von drei Litern Heizöl.

Der größere Schritt jedoch ist die Entwicklung von einem Niedrigenergiehaus zu einem Passivhaus. Es kommt mit einem Minimum an Energie und ohne konventionelle Heizung aus. Beheizt wird es überwiegend passiv. Ein Passivhaus hat eine Lebensdauer von 50 Jahren und überlebt damit voraussichtlich die Öl- und Gasvorkommen. Es ist eine Bauweise mit Zukunft die das Niedrigenergiehaus ablösen wird.

Ökohaus Frankfurt am MainKriterien für ein Passivhaus sind:

1. Beheizt sich überwiegend durch Solareinstrahlung und durch  interne Wärmegewinnung selbst.
2. Die Restwärmegewinnung darf einen Wert von 15 kWh pro Quadratmeter beheizter Fläche und Jahr nicht   übersteigen.
3. Verzichtet wird auf ein konventionelles Heizsystem.
4. Eine Restheizung ist vorgesehen mit der der minimale Wärmebedarf gedeckt werden kann.

 

 

Damit der Restwärmebedarf nicht steigt, müssen weitere Kriterien erfüllt werden:


1.Gebäude oder Dach nach Süden ausrichten zwecks passiver 
  Solarenergiegewinnung.
2. Lückenlose Wärmedämmung.
3. Gebäudehülle muss luftdicht sein.
4. Mechanische Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.
5. Fenster müssen eine wärmegedämmte Rahmenkonstruktion und eine Dreifachwärme-
schutzverglasung mit Gasfüllung haben.

Ergebnis: Ein Passivhaus spart bis zu 94 Prozent an Energie gegenüber Neubauten nach der Energieeinsparverordnung (EnEV.

Ökohaus Frankfurt am MainVöllig unabhängig von externer Versorgung ist das Nullenergiehaus. Während die Wärmeverluste auf der einen Seite auf ein technisch machbares Minimum reduziert werden, wird auf der anderen Seite die Abwärme genutzt. Über Photovoltaik wird die benötigte Energie erzeugt. Das Energieplus-Haus wird sogar zum Stromproduzenten. Der überschüssige Strom kann im Netz eingespeist werden und Gewinn erwirtschaften. Die Vorteile im ökologischen Bauen liegen neben dem Umweltschutzaspekt auch in einem erhöhten Wohnkomfort. Die Mehrkosten für den Bauherren werden von den Einsparungen beim Energieverbrauch und –kosten mehr als ausgeglichen. Und zu guter Letzt: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert umweltfreundliche Bauvorhaben

http://www.kfw-mittelstandsbank.de.

 

Ökohaus Frankfurt am Main
Bildnachweis: Hella Bissantz, Ökohaus Frankfurt-Bockenheim. http://www.oeko-net.de/oekohaus/index.htm

 

Weitere Informationen zum Thema umweltfreundliches und energieeffizientes Bauen finden Interessierte unter:

http://www.passiv.de/

http://www.passivhaustagung.de/

http://www.niedrigenergieforum.de/


 

 

 


 

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