200912 Bio-Weingut Erwin Christ (Bioland) in Nordheim Drucken

Das Bio-Weingut Christ auf der Weininsel im fränkischen Nordheim produziert Weine mit purem Charakter


Das Frankenland ist eine Region in Deutschland, die sich über den Nordteil Bayerns erstreckt. Unterteilt ist diese Region in die drei Regierungsbezirke Mittelfranken, Oberfranken und Unterfranken. 

Das Weingut Christ liegt in Nordheim am Main, etwa 30 km nordöstlich von Würzburg. Der Weinbauort gehört zum Regierungsbezirk Unterfranken und zählt 1.025 Einwohner. Im Maintal ist Nordheim wie auf einer Insel – der „Weininsel“ – gelegen, die durch eine Mainschleife und einen Kanal gebildet wird. Die Kanalspange entstand in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts zwischen Volkach und Gerlachshausen. Sie trennt die natürliche Schleife des Flusses ab und verkürzt dadurch den Verlauf des Mains für die Schifffahrt. Kanal und Altmainarm umschließen das Hinterland Nordheims.


Nordheim auf der WeininselWeininsel im FrankenlandIm Trias lagerte sich erst Buntsandstein, dann Muschelkalk und danach Keuper ab. Nachdem das Meer zu Festland geworden war, schob ein Erdbeben die Fränkische Platte in eine leichte Schräge, so dass sie von Westen nach Osten abfiel. Durch Erosion wurde die Oberfläche abgetragen, was auf den höchsten Gebieten im westlichen Spessart den Buntsandstein hervortreten ließ. Der Boden im Maindreieck besteht überwiegend aus Muschelkalk, im Steigerwald dominiert Keupergestein. Dazwischen liegt die Weininsel, deren Boden sich vor allem aus einer Mischform des mineralischen Kalks und des weicheren Gips-Verwandten Keuper zusammensetzt.

Durch die Befriedung des Altmainarms kehrten seltene Pflanzen und Tiere dorthin zurück. Der Fluss und Nordheim auf der Weininselseine Auen sind als Vogelschutzgebiet ausgewiesen. Von Astheim bis Schwarzenau ist es mit Schilf, Weiden oder Buhnen bewachsen. Hier fühlt sich das Blaukehlchen ebenso heimisch wie der Seidenreiher. Viele Gäste zieht es jedes Jahr in diese Region mit ihrer reichen Flora und Fauna, ihrem hohen Erlebnis- und Freizeitwert und ihrem klaren Wasser zum Baden.

Die Landschaft ist vom Weinbau geprägt. Auf der Weininsel liegen zwei Weinbaugemeinden: Nordheim und Sommerach. Die Nordheimer Lagen heißen Vögelein und Kreuzberg. Während die Reben in der Lage Vögelein Richtung Sommerach an den Hängen am Mainufer wachsen, befindet sich die Lage Kreuzberg gegenüber der Vogelsburg an den Hängen des Kreuzbergs.  Bepflanzt werden diese Lagen großteils mit den fränkischen Rebsorten Silvaner und Müller-Thurgau.

Apfelernte auf der WeininselDas Maindreieck zählt mit seinen zahlreichen Sonnenstunden zu den trockensten Regionen Bayerns. Das Klima ist gut geeignet für den Anbau von Wein, aber auch von Obst und Gemüse. Sehr ergiebige Ernten erzielt man hier mit dem Anbau von Spargel, aber auch mit Zwetschgen-, Apfel-, Mirabellen- und Kirschbäumen. Aus dem Obst der Streuobstwiesen destillieren die Nordheimer gerne Edelbrände, die über die Grenzen der Region hinaus beliebt sind. Der Ort hat neben Bad Feilnbach in Oberbayern die zweithöchste Brennereidichte Deutschlands. Nordheim ist mit seinen über 50 Weingütern und  250 Mitgliedern in der Winzergenossenschaft der größte Weinbauort Frankens.

Der Winzer Erwin Christ bezog 1963 seinen neu errichteten Aussiedlerhof am Ortsrand von Nordheim. Aus Liebe zur Natur und Verantwortung für die Umwelt begann er schon zwei Jahre später, seine Weinberge auf eine biologisch-organische Wirtschaftsweise umzustellen.  Das sonnige und milde Klima, dazu die typischen Sand-, Lehm- und Kalkböden geben dem Bio-Wein das typische Bukett. 1991 Bio-Weingut Erwin Christentschloss sich Christ, dem Bioland-Verband beizutreten.

Indem er seine Böden auf natürliche Weise bewirtschaftet, stärkt Christ die Widerstandskraft des Weinstocks und die Fruchtbarkeit des Bodens. Durch den Erhalt eines reichen Bodenlebens reift ein Wein mit einer klaren Struktur heran. Schon 1983 bekam der 1982er Nordheimer Vögelein Silvaner Kabinett von der Schweizer Zeitschrift "Vinium" die Auszeichnung „Höchste Qualität“.

Das Bio-Weingut Christ ist ein Familienbetrieb. Erwin Christ übergab den Betrieb 1994 an seinen Sohn Ludwig, der 1995 heiratete. Seine Frau Monika arbeitet seit 1997 auf dem Hof an seiner Seite. Die Weinlese wird von Hand und wegen des größeren Zeitbedarfs mit Lesehelfern bewältigt. Im Zeitalter der Maschinen mutet diese Art der Lese zwar antiquiert an, doch so lassen sich die Trauben sehr schonend abernten und die schadhaften gleich aussortieren. Das dadurch Familie Christgewonnene einwandfreie und hochwertige Lesegut macht sich schließlich bei der Qualität der Weine bemerkbar. Außerdem schont die manuelle Weinlese die Böden.

Ludwig Christs Weine werden nicht geschönt. Sie sind durchgegoren, trocken und mit einem Restzuckergehalt von meistens 0,0 g/l auch für Diabetiker geeignet. Durch Zukauf konnte das Weingut in den letzten Jahren noch vergrößert werden, so dass ein umfangreiches Angebot an Qualitäts- und Prädikatsweinen entstanden ist.

Auf einer Anbaufläche von 6 ha in den Lagen Nordheimer Vögelein, Nordheimer Kreuzberg, Volkacher Kirchberg, Volkacher Ratsherr, Sommeracher Rosenberg, Retzbacher Benediktusberg wachsen Müller-Thurgau und Silvaner, Scheurebe, Riesling, Traminer, Weißburgunder, Johanniter, Bacchus und Spätburgunder. Sie reifen zu feinduftigen und  kräftigen Weiß- und Rotweinen, die zu trockenen Qualitäts-, Kabinettsweinen und Spätlesen ausgebaut werden. Vermarktet werden die Weine zu 95 Prozent an Endverbraucher. In der RebsortenpfadProbierstube können Gäste nach Voranmeldung neben den hochwertigen Bio-Weinen weitere Spezialitäten des Hauses probieren, wie den Hefebrand und den Fränkische Weinbrand aus eigener Erzeugung und Destillation. Er entwickelt sich im Eichenholzfass zu einer besonderen Reife. Alle Weine sowie Hochprozentiges können auf der Homepage http://www.biowein-christ.de online bestellt werden.

Wer den Wein ab Hof bezieht, hat die Möglichkeit, den Alltag des Winzers Ludwig Christ kennen zu lernen. Für  Gruppen bis 15 Personen bietet er je nach Wetterlage und Jahreszeit eine Weinbergs- und Betriebsführung an, die mit einer anschließenden Weinprobe abgerundet wird.

Das leicht wellige Mainfranken wird von Wanderern ebenso geschätzt wie von Gästen auf dem Fahrrad, denn es beschert viele Naturerlebnisse ohne große Anstrengung. Da die Nordheimer Landschaft als höchste Erhebung 287 Meter verzeichnet, lassen sich alle Berge mühelos besteigen, sowohl der „Kreuzberg“ als auch das „Vögelein“.

Für die Besucher Nordheims sehr empfehlenswert ist ein Ausflug durch die Weinberge auf dem rund einen Kilometer langen „Rebsortenpfad“, der zum Panoramahügel hinaufführt. Belohnt wird der Spaziergänger mit einem unvergleichlichen Ausblick über die Weininsel. Am südlichen Ortsrand informieren acht überlebensgroße Winzerfiguren auf Tafeln über den Weinanbau. Sie stellen zum Beispiel das Aromenspektrum eines gut gelagerten Frankenweins dar und beantworten die Frage, welche Reben auch im heimischen Garten gedeihen.

 Probierweinstube Bioland Weingut Erwin ChristKontakt:

Bioland Weingut Erwin Christ
Inhaber: Ludwig Christ
Weinbergstrasse 6
97334 Nordheim
T 09381 / 80 36 66 und 80 36 67
F 09381 / 80 36 68
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.
http://www.biowein-christ.de

 

Weinfeste:

23. Mai 2010 (Vatertag)
Das Weinfest der Winzergenossenschaft Nordheim am Main.
 
10.-12. September 2010
Kulinarisches Weinfest.

Ausflugsziele und Highlights:


Nordheims Sehenswürdigkeiten

Der prächtige Zehnthof aus dem 16. Jahrhundert. Hier mussten die Nordheimer ihre Naturalabgaben an die geistliche Herrschaft entrichten. In seinem Gewölbekeller lagert bis heute Wein.
Viele stattliche Fachwerkhäuser prägen das Ortsbild. Die Ortskirche St.-Laurentius-Kirche ist dem Heiligen Laurentius geweiht.

Die Fähre

Die Nordheimer Fähre zwischen Nordheim und Escherndorf ist eine Attraktion. Sie wird bei der Mainüberquerung an zwei Stahlseilen geführt.
Zeiten:
Mo. – Fr. verkehrt die Fähre in der Sommerzeit von 6 bis 20 Uhr, in der Winterzeit von 6 bis 19 Uhr, an Samstagen ab 7 Uhr, sonn- und feiertags erst ab 9 Uhr.

Vogelsburg

Ein halbstündiger Spaziergang führt auf die Vogelsburg. Auf 100 Höhenmetern über Escherndorf hat man von dort einen Panoramablick auf den Main, der das Kloster mit seiner Schleife umfasst. Augustinerschwestern bewirtschaften den Panoramagarten und das Tagungszentrum. Ihre Vorgängerinnen gehörten zu den Wegbereitern des naturnahen Weinbaus in Franken.


Sommerach

Der zweite Ort auf der Weininsel liegt im Süden, vier Kilometer entfernt von Nordheim, und wird von einer spätmittelalterlichen Stadtmauer umschlossen. Deren Westseite blieb besonders gut erhalten. Sie ist sechs Meter hoch. Mehrere Türme verstärken die Befestigung, darunter das Main- und das Gerlachshäuser Tor.

Schloss Hallburg

Gut zwei Kilometer entfernt thront das Schloss Hallburg über dem Main. Es ist heute ein sommerliches Ausflugsziel. Vom Wein- und Biergarten fällt der Blick über Pferdekoppeln, Wald und Fischweiher. Im Winter läuft der Restaurantbetrieb in den historischen Sälen weiter.

Volkach

Ein touristisches Zentrum Weinfrankens ist Volkach, fünf Kilometer oberhalb des Mains gelegen. Kirche, Rathaus und das Schelfenhaus – heute Heimatmuseum – prägen den Ortskern mit seinen vielen kleineren alten Handwerkerhäusern. Die Enden der Hauptstraße markieren die gewaltigen Tortürme der einstigen Stadtbefestigung. Die Wallfahrtskirche Maria im Weingarten ist berühmt durch die Rosenkranzmadonna des meisterlichen spätgotischen Bildhauers Tilman Riemenschneider.

Radwege

Über eine 15 Kilometer lange Nebenstraße führt der Weg nach Osten in die sehenswürdige Prichsenstadt.
Den Main entlang führen Radwege nach Schweinfurth und seit zwei Jahren neu geschaffen nach Gerolzhofen, dem Tor zum Steigerwald

Kartäuserkloster von Astheim

Im früheren Kartäuserkloster von Astheim führt ein Museum mit  600 Kunstwerken in die Bilderwelt der christlichen Volksfrömmigkeit ein.

Würzburg


Die unterfränkische Bezirkshauptstadt Würzburg ist nur eine halbe Autostunde von Nordheim entfernt. Unbedingt besichtigen sollte man dort die Würzburger Residenz. Seit 1981 ist sie als UNESCO-Weltkulturerbe deklariert. Nach den Plänen von Balthasar Neumann (1687-1753 in Würzburg) wurde sie 1720–1744 im Barockstil erbaut. Berühmt ist das von einem 600 m² großen freitragenden Gewölbe überspannten Treppenhaus. Das  Fresco stammt von Giovanni Battista Tiepolo (1696-1770).


 

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