200912_Biohof Koch (Bioland) in Nidda/Wallernhausen
Ein Biobauernhof in der Wetterau – Hoftiere und Naturerlebnisse für Kinder und Erwachsene
Die Wetterau gehört zu den ältesten Kulturlandschaften Deutschlands. Wegen ihrer fruchtbaren Böden siedelten hier schon in der Jungsteinzeit Menschen, was zahlreiche Funde belegen. Aus der Bronzezeit (Stufe Wölfersheim) stammen Gräber. Kulturgeschichtliche Zeugnisse wie die keltischen Fundstücke vom Glauberg sind im Wetterau-Museum in Friedberg ausgestellt.
Nachdem sich im Tertiär das Gebiet der Wetterau gesenkt hatte, konnten sich massive Sedimentschichten ansammeln, die im Quartär erhalten blieben. Während der Kältezeiten trug der Wind Löss heran, und so entstand eine der fruchtbarsten Ackerlandschaften Hessens, der der Fluss Wetter ihren Namen gab.
Das Gebiet liegt nördlich von Frankfurt am Main, östlich des Taunus und südwestlich vom Vogelsberg. Während im Westen die Ausläufer des Taunus mit zahlreichen Mineral- und Thermalquellen - wie zum Beispiel in Bad Nauheim oder Rosbach vor der Höhe - in das Kreisgebiet reichen, führt im Osten des Wetterau-Kreises das Ronneburger Hügelland bis zu den Ausläufern des Vogelsbergs. Die Wetterau bietet für Besucher viele landschaftliche Reize zum Wandern, Radfahren oder für lange Spaziergänge mit Naturerkundungen.
Im nordöstlichen Teil der Wetterau, in der für diese Region typisch fruchtbaren Landschaft, liegt der Ort Nidda-Wallernhausen mit seinen 1146 Einwohnern. Urkundlich wurde Wallernhausen erstmals 951 n. Chr. erwähnt und war in den nachfolgenden Jahrhunderten auch Gerichtsort. Die Kirche im Ort wurde 1738 als reine Barockkirche erbaut und dient heute der Evangelischen Kirchengemeinde als Gotteshaus. Am 29. Mai 1988 feierte die Gemeinde das Jubiläum „250 Jahre Evangelische Kirche Wallernhausen“. Im Ort befinden sich ein Bürgerhaus, in kleines Schwimmbad, das mit Hilfe engagierter Bürgern betrieben wird, die einzige Apfelwein-Kelterei der Gemeinde Nidda und drei Gaststätten. Durch Wallernhausen fließt malerisch der Rambach, auch Niddaer Bach genannt.
Am Ortsrand, angrenzend zum Altarmgebiet der Nidda mit kleinen, vom Forstamt angelegten Teichen, befindet sich der Biohof „Im Alten Hof" von Wolfgang Koch. Der Name geht zurück ins 13. Jahrhundert, als hier ein Hof des Johanniterordens stand. Der Bauernhof mit Haupthaus wurde 1888 vom Urgroßvater erbaut. Die Scheune folgte 1911. Wolfgang Koch hatte sich schon viele Jahre im Naturschutz engagiert, und so war die Umstellung seines Hofes auf biologische Landwirtschaft für ihn eine logische Folge. Seit 1984 führt er seinen Hof nach den strengen Richtlinien des Bioland-Verbandes.
Bewirtschaftet werden 60 Hektar Ackerland mit Kleegras und Getreide – Weizen, Roggen und Dinkel für den Direktverkauf an Bäckereien sowie Gerste als Futtergetreide. Weitere 60 Hektar Grünland liefern den zurzeit 36 gehornten Kühen und 80 Jungtiere eine saftige und nährstoffreiche Nahrung. Der an die Stallung angrenzende Auslauf führt hinter der Scheune bis zum Rambach, vorbei an einer Wiese mit Grill und Spielmöglichkeit für Kinder. Das Hofleben wird nicht nur durch die Kühe, Bullen und Kälber bestimmt, denn es leben hier auch zwei Schweine, zwei Ponys, eine Ziege, ein Hofhund und Katzen. Eine solche Vielfalt bietet jedem Besucher etwas.
Die Kuhherde besteht aus 25 Schwarzbunten, die einer alten, früher in Ostfriesland beheimateten Rasse entstammen, und 11 Kühen als Kreuzungen mit Fleckvieh. „Wir behalten auch alle Bullen und Kälber. Um den Standort der eigenen Herde zu stärken, werden eigene Bullen zur Weiterzüchtung verwendet. Kälber haben wir einige. Jetzt werden bald wieder neue Kälber geboren“, berichtet Wolfgang Koch über seine Herde. Das Jungvieh ist von April bis November auf der Weide, wenige Tiere auch im Winter. Die Kuhherde geht täglich nachts auf die Weide und erhält tagsüber eine Fuhre Kleegras. Sie halten Kälte gut aus, solange der Wind nicht zu streng ist. Kalbt jedoch ein Tier, kommt es zurück in den Stall. Koch achtet bei der Einzäunung der Weide immer auf den Einschluss von Hecken. Hier stellen sich die Tiere zum Schutz vor Wind gerne unter.
Zum Herdenverhalten seiner Kühe erklärt Koch: „Man muss bei der Herde immer auf die Zusammensetzung achten. Die Tiere müssen ihre Hierarchie immer wieder neu finden und sich vertragen. Für jedes neugeborene Kalb muss ein erwachsenes Tier gehen. So ist das hier. Der Platz reicht sonst nicht für alle aus.“ Es sind betriebswirtschaftliche Gründe, die ihn zu dieser Entscheidung zwingen. Zum Schlachten wird ein Tier in die nahe gelegene Metzgerei gebracht. Kurze Wege und schnelles Handeln verhindern Stressbildung und garantieren ein saftiges Fleisch. Zum Teil auf dem Hof verpackt, kann man das Bio-Fleisch hier kaufen. Geliefert wird auch an Querbeet. Der Metzger Wilfried Meige aus Ranstadt fertigt nach Bioland-Richtlinien, mit biologisch angebauten Gewürzen, ohne Nitritpökelsalz und Phosphat auch die Wurst. So entstehen Fleischwurst, Lyoner, Rindswürstchen, und Pfefferbeißer, alle mit 100 Prozent Rind, Schinken und Salami.
Mit dem nach baubiologischen Kriterien neben der Scheune angebauten Kinderhotel wurde der Biohof auf neue Weise belebt. Hier kommen Kindergärten und Grundschulklassen aus dem Frankfurter Raum und Gießen, sowie Familiengruppen mit Kindern, um das Treiben auf dem Biobauernhof life mitzuerleben. Ein Trecker mit Ladefläche ist extra dafür da, damit man mit den Kindern aufs Feld fahren kann. Früher bestaunten die Kinder Kraniche an den kleinen Teichen hinter dem Haus, heute können sie zudem den Milan beobachten, der im Wald seinen Horst hat. Dieser Greifvogel mit dem gegabelten Schwanz und einer Flügelspannweite von fast zwei Metern fasziniert die Kinder außerordentlich. Jedes Mal, wenn Koch zum Futterschneiden rausfährt, nähert sich der Milan. In der Wetterau befindet sich ein Hauptverbreitungsgebiet des bundesweit eher seltenen Vogels.
Wie sehr Wolfgang Koch das Kinderhotel auch Freude bereitet, hängt seine Liebe doch mehr an der Landwirtschaft. Sein Getreide und Dinkel wird auf dem Hof gereinigt und an zwei Bio-Bäckereien in Frankfurt und Büdingen verkauft. Bei der Arbeit auf dem Hof und im Kinderhotel helfen ihm vier Angestellte. Für kommenden Sommer plant Koch eine sonntägliche Kaffeetafel mit Kuchen für Besucher mit Kindern, die interaktiv mithelfen können beim Kühe füttern, im Heu toben, Trampolin springen und vieles mehr.
Dazu ist noch viel Werbung nötig, auch sein Auto möchte er als Werbefläche nutzen. Außerdem will er stärker mit der Denninger Mühlenbäckerei zusammenarbeiten, die im Frankfurter Stadtteil Bornheim in der Berger Straße sitzt. Denn diese zählt mit ihren vielen verschiedenen Läden zu den schönsten Einkaufsstraßen in Frankfurt. Über die Grenzen der Stadt hinaus beliebt ist das Berger Straßenfest zwischen Bethmannpark und Höhenstraße, das seit 1986 jedes Jahr im Juni stattfindet und viele Tausend Besucher anlockt. Mit einem gemeinsamen Stand könnte Wolfgang Koch zahlreiche Menschen erreichen und ihr Interesse für seinen Biohof und das Kinderhotel wecken. Ein Bericht über das Kinderhotel auf dem Biohof Koch folgt!
Kontakt:
Biohof Koch KinderHotel "Im alten Hof" Wolfgang Koch Am Lerchenrain 3 63667 Nidda/Wallernhausen T 06043-8728 F 06043-802754
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http://www.kinderhotel-im-alten-hof.de
Bäckereien die beliefert werden:
Denningers Mühlenbäckerei Klaus Denninger Berger Straße 196 60385 Frankfurt am Main Bornheim Mitte T 069 - 45 92 88 F 069 - 46 93 96 37
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http://www.denningers-muehlenbaeckerei.de
Mulinbeck Vollkornbäckerei Kirchweg 3 63654 Büdingen-Düdelsheim T 06041-6059 F 06041-6067
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http://www.mulinbeck.de