Beispielhaftes Vermarktungsmodell des Kattendorfer Hofes in Schleswig-Holstein
Im
Kreis Segeberg bei Kaltenkirchen, nördlich von Hamburg, liegt der
Kattendorfer Hof in dem gleichnamigen Ort Kattendorf der 896 Einwohner
zählt. Das Hofgut grenzt an Wald und Wiesen und liegt am Ortsrand. Seit
1995 wird er von den zwei Betriebsleiterfamilien Tenthoff und von
Mirbach geführt. Die Gemarkung im südlichen Schleswig-Holstein in
einer Altmoränen-Landschaft ist geprägt durch die typische
Knickstruktur die unverändert nach den Flurkarten aus dem 18.
Jahrhundert besteht. Als Knicks bezeichnet man wallartige
Baum- und Strauchhecken die als Feldbegrenzung angelegt wurden.
Ein typischer Knick bildet eine dichte grüne „Mauer“ aus Sträuchern und
Bäumen.
Knicks dienten früher aber auch als Brennholzlieferanten und zum Schutz
der fruchtbaren Erde gegen Erosion durch den Wind. Hier findet
man häufig Haselnusssträucher, Hainbuchen, Eschen, vereinzelt Buchen,
aber auch Dornensträucher wie Heckenrosen, Sanddorn, Brombeeren
und Schlehdorn. Es ist ein Schutzraum für circa 7000 Tierarten,
darunter mehrere Singvogelarten. Aber auch Beerensammler wissen die
Knicks zu schätzen. Durch die administrative Flurbereinigung der 70 er
Jahre verschwanden in vielen Bundesländern diese Öko-Nieschen und
wurden den Feldern zugeordnet. So entstanden zusammenhängende
landwirtschaftliche Areale die ökonomischer bewirtschaftet werden
konnten durch den Siegeszug immer größer werdender Landmaschinen.
Der Kattendorfer Hof ist ein Pachthof mit 150 ha Land. Die
unterschiedliche Bodenbeschaffenheit der Moränen-Landschaft fordert
unterschiedliche Nutzbarkeit. Der milde lehmige Sand auf den Hügeln
lässt Gemüse und Kartoffeln gedeihen, während der schwere Lehmboden am
Moränenfuß für Weizen und Kleeanbau geeignet ist. Der alte Hof ist seit
1924 im Besitz der Stiftung „Das Rauhe Haus“, deren Betriebsräume sich
gegenüber dem Hofgut befinden. Vor zehn
Jahren stellte die Betriebsgemeinschaft auf biologisch-dynamische
Wirtschaftsweise um. Seither wird eine Kreislaufwirtschaft betrieben
die sich aus der Anthroposophie entwickelt und eine sich
steigernde Fruchtbarkeit aus sich selbst hervorbringt. Nach
Demeter-Richtlinien wird der landwirtschaftliche Betrieb als autarker
Organismus gesehen der seine Betriebsmittel selbst erwirtschaftet oder
aus sich selbst heraus entwickelt. Jeder Organismus soll seinem
Wesen gemäß wachsen. Dies trifft auch im besonderen auf die Tierhaltung
zu.
Auf dem Kattendorfer Hof schlafen Schweine auf Stroh, suhlen im Schlamm
und nutzen mit Begeisterung ihre Bewegungsfreiheit. Die Molke aus der
Käserei wird an sie als Eiweißlieferant verfüttert und sie fressen sie
gerne. Kühe stehen auf den Weiden, fressen Gras und ihre Kälber
drücken sich an ihre großen Leiber. Elf Monate trinken die Kälber die
Milch der Mutterkuh. Den Kühen wird kein zusätzliches
Hochleistungsfutter verabreicht und am Melkstand stehen nie mehr als
vier Kühe gleichzeitig. Artgerechte Tierhaltung und Fütterung sowie
Auslaufhaltung, aber auch menschliche Zuwendung lassen die Tiere ein
angstfreies Leben führen. Geschlachtet werden die Tiere bei einem nahe
gelegenen Schlachtermeister nach einem glücklichen Leben auf dem Hof.
Das Fleisch wird nach hofeigenen Rezepten zu Wurst verarbeitet oder
frisch und vakuumverpackt für den Direktverkauf.
In der Hofkäserei wird die biologisch erzeugte Milch in „echter
handwerklicher Tradition“ schonend weiter verarbeitet. Damit die Milch
ihre ursprüngliche Lebenskraft behält wird sie weder homogenisiert oder
zentrifugiert und wo dies möglich ist auch nicht pasteurisiert. Die
daraus entstandenen Milchprodukte wie Joghurt, Quark und
“Fetela”, aber auch der nach alten Rezepten und im Schweizer
Kupferkessi verarbeitete und nach einer Reifezeit im Käsekeller
aromatische Camembert, Schnittkäse und Bergkäse sind Spezialitäten, die
im Hofladen angeboten werden. Im Produktangebot fehlt auch nicht das
Biogemüse, Salat und Obst, dazu zählen verschiedene Salate,
Kräuter und Möhren, Blumenkohl und Brokkoli, Erdbeeren und
Rhabarber, im Frühjahr schon Spinat, Kohlrabi und Petersilie und
im Sommer kommen Tomaten, Gurken und Basilikum dazu. Auf drei Märkten
in Kaltenkirchen, Quickborn und Hamburg-Altona bietet der Kattendorfer
Hof ebenfalls seine Bioprodukte an.
Damit der vielseitige Betrieb mit Ackerbau, Milchvieh- und
Schweinehaltung, Gärtnerei, Verarbeitung und Direktvermarktung
erfolgreich wirtschaften kann, entwickelten die beiden
Betriebsleiterfamilien ein besonderes
Vermarktungsmodell, das auch noch Arbeitsplätze für zehn weitere
Personen notwendig macht. Sie entwickelten das Modell
Wirtschaftsgemeinschaft. Dies ermöglicht einem Kunden mit einem
einmaligen Einsatz von 120,00 Euro pro Jahr seinen persönlichem Bedarf
an gesunden biologisch-dynamischen Lebensmitteln abholen zu können.
Jeder Teilnehmer bekommt einen Hofladenschlüssel, es gibt noch weitere
zwei Depots in Hamburg, und kann sich seine Lebensmittel auch
nach den Öffnungszeiten abholen. Dadurch entsteht eine direkte
Beziehung zwischen Hersteller und Kunde die auf Vertrauen basiert und
zu Planungssicherheit für den Betrieb führt. Rabatt gibt es für gering
Verdiener. Über 200 Kunden genießen schon die Vorteile dieses Modells
und es werden immer mehr. Der Hof ist in der Lage etwa 700 Menschen mit Grundnahrungsmittel zu versorgen.
Eine weitere kreative Idee des Kattendorfer Hofes ist die Vergabe der
"Kuh- und Kalb-Aktie". Die “Kuh-Aktie” bzw. die "Kalb-Aktie" ist kein
Wertpapier nach dem Aktienrecht. Sie ist vielmehr ein Genussschein
besonderer Art, unbefristet, aber kündbar, frei übertragbar und
vererbbar. Die Kuh-Aktie hat einen Nennwert von 500,00 Euro und die
Kalb-Aktie einen Nennwert von 100,00 €uro. Für den Kapitaleinsatz gibt
es eine jährliche Dividente in Höhe von 2,5 % in bar, oder in Höhe von
5 % in Naturalien. Diese sind ohne weiteres Entgeld als Hofprodukte im
Hofladen oder an den Marktständen abholbar. Der Inhaber dieses
Genussscheins kann sicher sein, dass die Kuhherde in die er investiert
hat nach Demeter-Richtlinien gehalten wird. Er beteiligt sich damit am
Aufbau und Erhalt der Kuhherde und unterstützt die Arbeit am
Kattendorfer Hof. Der Genussschein ist eine Mischform zwischen
Unternehmensbeteiligung und einem festverzinsten Wertpapier. Die
Verwaltung der Genussscheine erfolgt über das Büro des Kattendorfer
Hofes. Weitere Infos dazu auf der Homepage.
Kontakt:
Kattendorfer Hof (Demeter)
Dorfstraße 1a
D-24568 Kattendorf
T 04191 / 90 94 36
F 04191 / 90 94 37
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http://www.kattendorfer-hof.de
von Mirbach: T / F 04191 / 5914
Klaus Tenthoff: T 04191 / 95 42 16
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