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200805_Demeter Hofladen Kattendorfer-Hof in Kattendorf Drucken

Beispielhaftes Vermarktungsmodell des Kattendorfer Hofes in Schleswig-Holstein


Kattendorf aus der LuftIm Kreis Segeberg bei Kaltenkirchen, nördlich von Hamburg, liegt der Kattendorfer Hof in dem gleichnamigen Ort Kattendorf der 896 Einwohner zählt. Das Hofgut grenzt an Wald und Wiesen und liegt am Ortsrand. Seit 1995 wird er von den zwei Betriebsleiterfamilien Tenthoff und von Mirbach geführt. Die Gemarkung im südlichen  Schleswig-Holstein in einer Altmoränen-Landschaft ist geprägt durch die typische Knickstruktur die unverändert nach den Flurkarten aus dem 18. Jahrhundert besteht.  Als Knicks bezeichnet  man wallartige Baum- und Strauchhecken die als Feldbegrenzung  angelegt wurden. Ein typischer Knick bildet eine dichte grüne „Mauer“ aus Sträuchern und Bäumen.

Knicks dienten früher aber auch als Brennholzlieferanten und zum Schutz der fruchtbaren Erde gegen Erosion  durch den Wind. Hier findet man häufig Haselnusssträucher, Hainbuchen, Eschen, vereinzelt Buchen, aber  auch Dornensträucher wie Heckenrosen, Sanddorn, Brombeeren und Schlehdorn. Es ist ein Schutzraum für circa 7000 Tierarten, darunter mehrere Singvogelarten. Aber auch Demeter-Hofgut Kattendorfer-HofBeerensammler wissen die Knicks zu schätzen. Durch die administrative Flurbereinigung der 70 er Jahre verschwanden in vielen Bundesländern  diese Öko-Nieschen und wurden den Feldern zugeordnet. So entstanden zusammenhängende landwirtschaftliche Areale die ökonomischer bewirtschaftet werden konnten durch den Siegeszug immer größer werdender Landmaschinen.

Der Kattendorfer Hof ist ein Pachthof mit 150 ha Land. Die unterschiedliche Bodenbeschaffenheit der Moränen-Landschaft fordert unterschiedliche Nutzbarkeit. Der milde lehmige Sand auf den Hügeln lässt Gemüse und Kartoffeln gedeihen, während der schwere Lehmboden am Moränenfuß für Weizen und Kleeanbau geeignet ist. Der alte Hof ist seit 1924 im Besitz der Stiftung „Das Rauhe Haus“, deren Betriebsräume sich gegenüber dem Hofgut befinden. Vor zehn Jahren stellte die Betriebsgemeinschaft auf biologisch-dynamische Wirtschaftsweise um. Seither wird eine Kreislaufwirtschaft betrieben die sich  aus der Anthroposophie entwickelt und eine sich steigernde Fruchtbarkeit aus sich selbst hervorbringt. Nach Feldarbeit Kattendorfer-HofDemeter-Richtlinien wird der landwirtschaftliche Betrieb als autarker Organismus gesehen der seine Betriebsmittel selbst erwirtschaftet oder aus sich selbst heraus entwickelt.  Jeder Organismus soll seinem Wesen gemäß wachsen. Dies trifft auch im besonderen auf die Tierhaltung zu.

Auf dem Kattendorfer Hof schlafen Schweine auf Stroh, suhlen im Schlamm und nutzen mit Begeisterung ihre Bewegungsfreiheit. Die Molke aus der Käserei wird an sie als Eiweißlieferant verfüttert und sie fressen sie gerne. Kühe stehen auf den Weiden, fressen Gras und ihre Kälber drücken sich an ihre großen Leiber. Elf Monate trinken die Kälber die Milch der Mutterkuh. Den Kühen wird kein zusätzliches Hochleistungsfutter verabreicht und am Melkstand stehen nie mehr als vier Kühe gleichzeitig. Artgerechte Tierhaltung und Fütterung sowie Auslaufhaltung, aber auch menschliche Zuwendung lassen die Tiere ein angstfreies Leben führen. Geschlachtet werden Schwarz-Bunte-Kuhdie Tiere bei einem nahe gelegenen Schlachtermeister nach einem glücklichen Leben auf dem Hof. Das Fleisch wird nach hofeigenen Rezepten zu Wurst verarbeitet oder frisch und vakuumverpackt für den Direktverkauf.

In der Hofkäserei wird die biologisch erzeugte Milch in „echter handwerklicher Tradition“ schonend weiter verarbeitet. Damit die Milch ihre ursprüngliche Lebenskraft behält wird sie weder homogenisiert oder zentrifugiert und wo dies möglich ist auch nicht pasteurisiert. Die daraus entstandenen Milchprodukte wie Joghurt, Quark und “Fetela”,  aber auch der nach alten Rezepten und im Schweizer Kupferkessi verarbeitete und nach einer Reifezeit im Käsekeller aromatische Camembert, Schnittkäse und Bergkäse sind Spezialitäten, die im Hofladen angeboten werden. Im Produktangebot fehlt auch nicht das Biogemüse, Salat und Obst, dazu zählen  verschiedene Salate, Kräuter und Möhren, Blumenkohl und Brokkoli, Erdbeeren und Rhabarber,  im Frühjahr schon Spinat, Käserei-Kattendorfer-HofKohlrabi und Petersilie und im Sommer kommen Tomaten, Gurken und Basilikum dazu. Auf drei Märkten in Kaltenkirchen, Quickborn und Hamburg-Altona bietet der Kattendorfer Hof ebenfalls seine Bioprodukte an.

Damit der vielseitige Betrieb mit Ackerbau, Milchvieh- und Schweinehaltung, Gärtnerei, Verarbeitung und Direktvermarktung erfolgreich wirtschaften kann, entwickelten die beiden Betriebsleiterfamilien ein besonderes Vermarktungsmodell, das auch noch Arbeitsplätze für zehn weitere Personen notwendig macht. Sie entwickelten das Modell Wirtschaftsgemeinschaft. Dies ermöglicht einem Kunden mit einem einmaligen Einsatz von 120,00 Euro pro Jahr seinen persönlichem Bedarf an gesunden biologisch-dynamischen Lebensmitteln abholen zu können. Jeder Teilnehmer bekommt einen Hofladenschlüssel, es gibt noch weitere zwei Depots in Hamburg,  und kann sich seine Lebensmittel auch nach den Hofladen-DirektvermarktungÖffnungszeiten abholen. Dadurch entsteht eine direkte Beziehung zwischen Hersteller und Kunde die auf Vertrauen basiert und zu Planungssicherheit für den Betrieb führt. Rabatt gibt es für gering Verdiener. Über 200 Kunden genießen schon die Vorteile dieses Modells und es werden immer mehr. Der Hof ist in der Lage etwa 700 Menschen mit Grundnahrungsmittel zu versorgen.

Eine weitere kreative Idee des Kattendorfer Hofes ist die Vergabe der "Kuh- und Kalb-Aktie". Die “Kuh-Aktie” bzw. die "Kalb-Aktie" ist kein Wertpapier nach dem Aktienrecht. Sie ist vielmehr ein Genussschein besonderer Art, unbefristet, aber kündbar, frei übertragbar und vererbbar. Die Kuh-Aktie hat einen Nennwert von 500,00 Euro und die Kalb-Aktie einen Nennwert von 100,00 €uro. Für den Kuhaktie auf eine KuhKapitaleinsatz gibt es eine jährliche Dividente in Höhe von 2,5 % in bar, oder in Höhe von 5 % in Naturalien. Diese sind ohne weiteres Entgeld als Hofprodukte im Hofladen oder an den Marktständen abholbar. Der Inhaber dieses Genussscheins kann sicher sein, dass die Kuhherde in die er investiert hat nach Demeter-Richtlinien gehalten wird. Er beteiligt sich damit am Aufbau und Erhalt der Kuhherde und unterstützt die Arbeit am Kattendorfer Hof. Der Genussschein ist eine Mischform zwischen Unternehmensbeteiligung und einem festverzinsten Wertpapier.  Die Verwaltung der Genussscheine erfolgt über das Büro des Kattendorfer Hofes. Weitere Infos dazu auf der Homepage.

Kontakt:

Kattendorfer Hof (Demeter)
Dorfstraße 1a
D-24568 Kattendorf
T 04191 / 90 94 36
 F  04191 / 90 94 37
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http://www.kattendorfer-hof.de
von Mirbach: T / F  04191 / 5914
Klaus Tenthoff:  T 04191 / 95 42 16

 

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