200902_Bioland Hofladen MainÄppelHaus Lohrberg in Frankfurt-Seckbach
Ein Apfelkleinod mit 80 Apfelsorten in Frankfurt – MainÄppelHaus Lohrberg Streuobstzentrum e.V.
Der Lohrberg zählt zu den schönsten Ausflugszielen der Stadt Frankfurt
am Main. Hoch über der Stadt gelegen, mit Blick auf die Mainmetropole,
ihre Skyline und die angrenzende Region hat der Ort etwas Erhabenes.
Diese Aussicht ist nicht nur bei Insidern an Silvester oder zur
Dippemess mit Feuerwerk beliebt, sondern auch bei Verliebten an lauen
Sommerabenden.
Auf dem Lohrberg in Seckbach entspringt der Mühlbach, der nach etwa
einem Kilometer in das Ried mündet. Durch ihn wird der verlandete
Altarm des Mains durchfeuchtet. Nördlich von Seckbach befinden sich das
Heiligenstockgelände mit Streuobstwiesen und Kleingärten, der
Parkfriedhof und der Lohrpark. Der 18 Hektar große denkmalgeschützte
Lohrpark wurde als Volkspark um die Jahrhundertwende vom
Gartenbaudirektor Max Bromme geplant. Als Planer und Architekt
erweiterte er während seiner Amtszeit von 1912 bis 1945 die städtischen
Grünflächen von 200 auf 450 Hektar. 1932 bis 1945 war Max Bromme auch
Direktor des Palmengartens in Frankfurt.
Das Herzstück des Lohrparks ist eine große, von alten Bäumen umsäumte
Wiese. Zwischen den öffentlichen Flächen befinden sich zahlreiche
Kleingärten. In 180 Metern Höhe wachsen auf 1,3 Hektar die letzten
verbliebenen Weinreben der Stadt Frankfurt. Der Wein wird im Römer und
im MainÄppelHaus Lohrberg ausgeschenkt. Ein Spielplatz mit
Planschbecken lockt im Sommer die Mütter, auf der Wiese spielen
Jugendliche Federball, am ausgewiesenen Grillplatz treffen sich
Familien, und wer einen unvergleichlichen Blick auf die Skyline liebt,
besucht die Lohrberg-Schänke. Einkehrer schätzen ganz besonders das
traditionsreiche MainÄppelHaus Lohrberg. Inmitten von Apfelbäumen sorgt
das Apfel-Bistro für das leibliche Wohl. Dieses Haus ist eine
Erlebnisstätte für die ganze Familie. Hier erfährt man alles rund um
den Apfel und die Region. Der Verein MainÄppelHaus bietet Informationen
und Beratung zum Obst- und Gemüseanbau, zur Bodenpflege, Düngung und
Kompostierung bis hin zur Gartentechnik.
Die Anlage entstand 1948 nach dem Krieg, um die Not der Bevölkerung zu
lindern und ihr zu zeigen, wie man Obst und Gemüse anbaut. Die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter berieten vor allem Klein- und
Hausgärtner. Das selbst erzeugte Obst wurde an Tagesstätten und
Altenheime verteilt, später auch im Hofladen verkauft. 1997 wollte die
Stadt die Anlage schließen. Davon hörten Umweltbewegte aus der Region
und bemühten sich um das Nutzungsrecht. Nach zähem Ringen
überließ die Stadt den Bewerbern das Areal für zehn Jahre, mit der
Option auf fünf Jahre Verlängerung. Damit verbunden war allerdings die
Verpflichtung, einen Schwerpunkt auf Kinder- und Jugendarbeit zu legen.
2003 war es dann so weit, dass der Verein gegründet werden konnte. Mit
sieben Vorstandsmitgliedern fing man an, den Lohrberg auf 20.000
qm zu einem Streuobstzentrum zu entwickeln. Es ist das Anliegen des
Obst- und Gartenbaubetriebs, seinen Besuchern zu zeigen, wie alte und
neue Obstsorten ohne Chemie riechen und schmecken und was in Klein- und
Hausgärten, besonders im Streuobstanbau alles möglich ist.
Zurzeit wird die Arbeit von zwei hauptamtlichen Mitarbeitern bewältigt.
Zusätzlich hilft ein Mädchen, das ein freiwilliges ökologisches Jahr
absolviert. „Wir sind dabei, im nächsten Jahr dieses Mädchen
auszubilden, das heißt also, wir werden versuchen, im Austausch mit der
Stadt Frankfurt hier auch eine Ausbildungsstätte für Jugendliche
zu sein“, so Gerhard Weinrich, Vorsitzender des Vereins. Fünf
Umweltpädagoginnen betreuen die Kinderkurse. Die restliche Arbeit
erledigen ehrenamtliche Helfer, die entsprechend in die Arbeit
eingebunden sind.
Der hofeigene Laden hat sich über die Zeit etabliert. Das Obst ist
frisch und besitzt Bio-Qualität. Die Anerkennung als Biobetrieb steht
Ende Januar 2009 kurz bevor. Im Laden kann man Apfelsaft, -wein
und -schnaps, Apfelmus, Marmelade, Apfelringe – einfach alles
rund um den Apfel kaufen. Aus der Apfelsorte Boskop wurden zum Beispiel
500 Liter sortenreiner Äppelwoi gekeltert. Der kleine Bon-Apfel liefert
ebenfalls Apfelwein. Auch Nüsse, Honig, Senf sowie den Lohrberg-Wein
der Stadt Frankfurt findet man in den Regalen.
Im Frühling und Sommer erwacht das Gelände. Das Äppel-Bistro ist von
großen Walnussbäumen beschattet, die den Hof in eine lauschige Laube
verwandeln. Hier bietet Hanne Wittmann ihren Gästen traditionelle
Frankfurter Küche mit Zutaten aus dem Hofladen an. Dazu werden selbst
gekelterter Süßer und Äppelwoi ausgeschenkt. „Es ist eine Idylle, die
man sonst in Frankfurt nirgendwo mehr findet“ schwärmt Gerhard
Weinrich. In der Außenanlage ist Platz für jede Menge Gäste, es finden
zahlreiche Hochzeiten und Familienfeiern statt, und in der Halle können
150, im Multiraum 30 Gäste bewirtet werden.
Dieser Platz ist nötig, denn zum Blütenfest am Sonntag, den 19. April,
und zum Äppelfest am 20. September 2009 werden die Besucher wieder
zahlreich herbeiströmen. Nicht alle kommen übers Jahr zum Feiern. Zur
Erntezeit kann man hier viele heimische Obstsorten selbst pflücken:
Zwetschgen, Mirabellen, Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren,
Stachelbeeren, Kirschen, Sauerkirschen, Quitten. Nur keine Äpfel und
Birnen. Die Äpfel werden professionell vom Verein geerntet, und die
Birnen sind leider dem Schädling Birnenrost zum Opfer gefallen und
wurden nicht mehr angebaut.
Der Verein hat zurzeit knapp 80 Mitglieder, die einen Jahresbeitrag von
20 Euro bezahlen. Das ist nicht viel, doch hilfreich für den noch
jungen, erst fünfjährigen Verein. Eine Mitgliedschaft dient dem
Naturschutz in der direkten Nachbarschaft, dem Erhalt der
Streuobstwiesen und damit der heimischen Apfel- und Obstkultur, bringt
Kinder in die Streuobstwiesen und unterstützt den Ausbau das
MainÄppelHauses Lohrberg zu einem Zentrum der Information und des
Naturerlebnisses, das Kurse, Vorträge, Exkursionen und Kinder-Aktionen
veranstaltet. Das MainÄppelHaus Lohrberg arbeitet eng mit städtischen
Ämtern wie dem Grünflächen- und dem Umweltamt zusammen. Es ist für die
Stadt Frankfurt zu einem Aushängeschild geworden. Auch für den
GrünGürtel bildet die Anlage eine interessante Station. Hier gibt es
drei GrünGürtel-Tiere.
Besonders am Herzen liegt Gerhard Weinrich die Arbeit mit den Kindern.
„Man erlebt immer wieder beim Blütenfest oder auch beim Äppelfest, dass
Kinder zu uns oder mir sagen, wir waren doch schon einmal bei dir. Und
das freut uns natürlich. Das zeigt eine gewisse Begeisterung für unsere
Arbeit.“ Er fügt hinzu: „Die Eltern kommen zu uns in den Laden, und die
Kinder entscheiden, welche Äppel genommen werden. Es ist einfach
faszinierend, mit Kindern zusammen zu arbeiten, weil das eine andere
Bindung ist, als wenn man mit Erwachsenen arbeitet.“
Anfahrtsbeschreibung:
Buslinie 43, Haltestelle "Budge-Altenheim", dann etwa 10 Minuten Fußweg (bergauf)
Buslinien 30 und 69, Haltestelle "Heiligenstock", dann etwa 10 Minuten
Fußweg (ebene Strecke). Parkplatz am Parkeingang Berger Weg
Kontakt:
„MainÄppelHaus Lohrberg“ Streuobstzentrum e.V.
Neuer Weg 39
60388 Frankfurt am Main
T 0 61 09 / 35 4 13
F 0 61 09 / 32 3 97
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http://www.mainaeppelhauslohrberg.de
Gerhard Weinrich, Vorsitzender
T 0 61 09 / 35 4 13
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Öffnungszeiten des Hofladens:
Di, Mi, Fr 10 - 15 Uhr
Do 10-18 Uhr
Sa 11-14 Uhr
Montag ist Ruhetag.
Öffnungszeiten des Äppel-Bistros:
Ab 01. Mai bis 31.Oktober bei schönem Wetter geöffnet.
Do - So ab 14.30 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit.
Weitere Auskünfte zum Naturerlebnis-Garten:
T 069 / 479994
M 0160 / 98274084
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Erntezeit:
Selbstgepflückte Beeren, Kirschen, Zwetschgen – frischer geht es nicht!
Das Selberpflücken von Obst ist zu den Öffnungszeiten des Hofladens möglich.
Fragen Sie dort einfach nach.