Das Bio-Weingut
Sander – das älteste biologisch geführte Weingut Deutschlands
Im Regierungsbezirk Rheinhessen, der zu Rheinland-Pfalz
gehört, findet man überdurchschnittlich viele prämierte Weingüter.
Darunter befinden sich auch viele Betriebe, für die Umweltschutz und
Nachhaltigkeit große Bedeutung haben. Das Weingut Sander nimmt dennoch
eine Ausnahmestellung ein. Denn schon in den 50er Jahren, lange bevor sich in Deutschland
Ende der siebziger Jahre die Bewegung der „Grünen“ sammelte, erkannte
Ottoheinrich Sander den Zusammenhang von gesunder Natur, rückstandsfreien
Nahrungsmitteln für die Zukunft der Menschen. Er nahm schon damals
den Kerngedanken der Nachhaltigen Entwicklung vorweg. Für ihn waren
Umweltschutz und die Schonung natürlicher Ressourcen selbstverständlich. Er begann
sein Weingut Mitte der 50er Jahre auf ökologischen Landbau umzustellen und
hinterließ seinen Enkeln im Sinne der Nachhaltigkeit eine Erde ohne
Chemiegifte. Ottoheinrich Sander gilt mit Recht als einer der Pioniere des Umweltschutzgedankens
im Weinanbau.
Das Bio-Weingut Sander liegt in dem kleinen Weinort Mettenheim, der mit 1545 Einwohnern zur
Verbandsgemeinde Eich gehört. Mettenheim wurde bereits 873 n. Chr. in
den Annales Wormatienses erwähnt. Alte Chroniken berichten auch von einem Schloß
zu Mettenheim (1393), das der Kämmerer und Ritter von Fleckenstein der Stadt Worms
verkaufte. Die Gemeinde liegt zwischen Oppenheim und Worms und ist über die
Bundesstraße 9 gut zu erreichen. Das Hinweisschild „Buddemännsche“ zeigt dem
Fremden den Weg und macht mit seiner mit Trauben gefüllten „Budde“ auf die
wirtschaftliche Bedeutung des Weinbaus aufmerksam. Wer Mettenheim besucht, der
sollte sich die hier produzierten hochwertigen Weine nicht entgehen lassen. 34
Vollwertbetriebe bewirtschaften hier 270 Hektar Rebfläche. Darunter befinden
sich die berühmten Lagen Michelsberg, Schlossberg und Goldberg. Besonders
hochwertige Weine entstehen auf den Hangterrassen, wo die Trauben vom Wind geschützt
und sonnenverwöhnt heranreifen.
Die Familie Sander kann hier auf eine lange Winzertradition
zurückblicken: Vor 250 Jahren wurde mit dem Winzerhandwerk begonnen. Die dabei
gewonnenen Erfahrungen wurden stets an die nächste Generation weitergegeben. Auf
dem Weingut Sander lebt und arbeitet zurzeit eine Mehrgenerationenfamilie.
Bepflanzt werden 20 Hektar. Mit Ottoheinrich Sander begann in den 50er Jahren
die Umstellung auf den ökologischen Weinbau. Die Probleme der Monokultur, der Bodenerosion
und Humusverarmung sowie der Anfälligkeit der Trauben für Schädlinge begriff er
als Herausforderung. Dabei nutzte er die Kraft der Natur. Ein Marienkäfer stand
ihm zur Seite.
1979 übernahm Gerhard Sander die Leitung des ökologisch vorbildlichen Betriebes, ihm folgte sein Sohn Steffan. Gewirtschaftet wird nach
den Richtlinien des Verbandes Naturland.
Wichtige Bestandteile der Arbeit sind
die Bodenpflege durch natürliche Aktivität - der richtige Einsatz von Mist, Kompost, Stroh und Gründüngungspflanzen - und der Pflanzenschutz durch biologische Vielfalt.
Holunderhecken, Mauern und Böschungen bieten verschiedensten Tierarten
Unterschlupf und Lebensraum. Sie regulieren den Biokreislauf und schützen die Weinberge vor Schädlingen.
Begrünungspflanzen geben Nährstoffe und machen die Reben stark. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Reben, die an
den sonnigen Südost- und Osthängen auf dem kalkhaltigen, warmen Lössboden mit viel
Leidenschaft und Engagement der Familie Sander heranreifen, haben eine hohe
Qualität.
Besonders die Weißweine von den sonnigen Lage Mettenheimer Schlossberg,
Michelsberg und Bechtheimer Geyersberg entwickeln sich sehr ausdrucksstark: der
traditionelle Riesling, der Graue Burgunder, Weißburgunder und die
Traditionsrebe Silvaner. Aber auch die Rebsorten Chardonnay und Sauvignon
blanc reifen unter diesen idealen Bedingungen zu Spitzenweinen. Die Rotweine
Spätburgunder, Dornfelder und Merlot schätzen die leicht erwärmbaren Sandböden
des Rheintales. Sie stellen 40 Prozent der Anbaufläche.
Wer es etwas prickelnder mag, der sollte den Winzersekt
probieren, hergestellt aus den hochwertigen Weinen. In sorgfältiger Handarbeit
wird auf dem Weingut Sander nach traditionellem Verfahren Wein in Flaschen
gefüllt und Hefe zugesetzt. Die Flaschen werden in Abständen gedreht und die
Hefe schließlich nach vollendeter Reifung entfernt. So entsteht ein Sekt mit
einem besonderen Aroma, feiner Perlage und einem ausgereiften Bukett.
"Den Schwerpunkt legen wir bei unseren Weinen und Sekten auf
den Erhalt der Aromen von der Frucht bis in die Flasche. Durch Verwendung
ausschließlich vollreifer Trauben, deren Verzehr bereits ein Genuß ist, und
durch schonendste Vinifikation erhalten wir Weine, deren Bukett, Aromatik und
Bekömmlichkeit eine wahre Freude sind“, kommentiert Familie Sander ihre Arbeit,
und viele Auszeichnungen bestätigen dies.